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Wolfsburg

Geschichte:

Eine erste urkundliche Erwähnung von Wolfsburg im Jahr 1135, in der es von Kaiser Lothar dem Kloster in Königslutter übertragen wird, ist heute umstritten. Die entsprechende Urkunde ist nur als spätere Abschrift überliefert, in die der Name Wolfsburg möglicherweise erst nachträglich zur Sicherung besitzrechtlicher Ansprüche eingetragen wurde. Allerdings stammt der Wohnturm angeblich aus dem 11. Jh., gesichert ist dies allerdings nicht. Sicher ist die Burg erst ab 1302 überliefert, als die Familie von Bartensleben hier urkundete, die den Wolf im Wappen trug und deshalb der Burg ihren Namen gab. Ab 1344 waren die von Bartensleben in ein Lehensverhältnis mit den Braunschweiger Herzögen getreten. Diese zahlten 30 Mark für das Öffnungsrecht. In einer anderen Urkunde des selben Jahres wird Günzel von Bartensleben als derjenige bezeichnet, "der die Wolfsburg erst zu bauen half". 1345 wurde durch die von Bartensleben gelobt, dass sie ihre Burgen Wolfsburg und Vorsfelde in den Dienst der Herzöge Otto und Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg stellten. Im Laufe des 14. Jh. gerieten die von Bartensleben jedoch in einen Konflikt mit den Welfen, denn sie begaben sich 1372 in Lehensabhängigkeit mit den Erzbischöfen von Magdeburg. Der Konflikt mündete schließlich im Bau der Burg Neuhaus, die als Gegenburg zur Burg Vorsfelde diente. Im Jahr 1397 befinden sich die von Bartensleben allerdings wieder in einem erblichen Lehensverhältnis mit den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg, wie eine Urkunde zeigt. Bei der Fehde derer von Bartensleben gegen den Herzog Otto von Lüneburg ist die Burg 1464 stark beschädigt worden.
Hans "der Reiche" von Bartensleben baute die Burg ab 1574 zu einem repräsentativen Schloss um. (C. Frey)

Bauentwicklung:

Die erste Wolfsburg scheint eine hölzerne Motte gewesen zu sein. Diese wurde durch einen steinernen Wohnturm ersetzt, der heute noch in der Südwestecke des Schlossbaus erhalten ist. Wie die Burg neben dem Wohnturm noch gestaltet war, lässt sich aufgrund der Überformungen der Neuzeit nicht mehr nachvollziehen. Ein Erweiterungsbau südlich des Wohnturms von 1340 ist heute nur noch in den Fundamenten des bestehenden Flügels vorhanden. Im 15. Jh. wurde die Befestigung ausgebaut. Das heutige Schloss wurde in Etappen ab 1574 errichtet. Es war von zwei Gräben umgeben und stellt den nördlichsten Vertreter der Weserrenaissance dar. Der innere Graben wurde 1840 vollständig verfüllt, der äußere ist noch als flache Mulde vorhanden. (C. Frey, S. Eismann)

Baubeschreibung:

Von der mittelalterlichen Burg steht heute nur noch der Wohnturm, dessen Bruchsteinmauern einen fast quadratischen Grundriss aufweisen.1938 fand man in ihm die Reste einer Küche und eines Abortes. Ansonsten ist über die Gestalt der spätmittelalterlichen Burg sehr wenig bekannt. Die 1362 erwähnte Kapelle wird aufgrund des Grundrisses im Südflügel vermutet. Ab dem späten 16. Jh. wurde sie in einen Schlossbau umgewandelt, der das nordöstlichste Beispiel der Weserrenaissance darstellt. Der Umbau lehnte sich in Form und Ausschmückung an niederländische und französische Vorbilder an. Der viereckige Hof wurde von viergeschossigen Flügeln umschlossen, dessen Südflügel erst 1840 fertiggestellt wurde. In der nordwestlichen Ecke blieb der alte Wohnturm erhalten und wurde in die Neubauten einbezogen. Zu betreten ist der Hof durch den Nordflügel, der als erstes fertiggestellt wurde. Eine Jahreszahl an einem Erker lässt vermuten, dass dies 1598 geschah. Die oberen Geschosse werden durch drei Treppentürme erschlossen. In der südwestlichen Ecke befindet sich der polygonale Wendelstein (mit Wendeltreppe), in der südöstlichen Ecke der Uhlenturm sowie in der nordwestlichen Ecke der Hausmannsturm, der den Nord- und den Westflügel erschließt. Die durch zahlreiche Fenster und Erker aufgelockerten Fassaden weisen das Schloss als eines der Glanzstücke der Weserrenaissance aus. Umgeben war es von einem Wassergraben, ein weiterer schloss auch die Remisen ein. (C. Frey)

Arch-Untersuchung/Funde:

Bei Ausschachtungsarbeiten in den 1950er/60er Jahren wurden Teile der Befestigung dokumentiert. Archäologische Sondagen vor dem Stadtjubiläum 2002.