EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Wendhausen, Wasserburg

Geschichte:

Die Burg Wendhausen lag im Grenzbereich zwischen dem Lüneburger und dem Wolfenbütteler Teilfürstentum der Welfen und war deshalb zwischen beiden Linien stets umstritten. 1328 kauften die Lüneburger Herzöge die Burg der Grubenhagener Linie ab. 1388 fiel sie nach dem Lüneburger Erbfolgekrieg an die Wolfenbütteler Fraktion. 1401 und 1519 wurde sie an die Stadt Braunschweig verpfändet. 1552 brannten sie im Schmalkaldischen Krieg die Truppen des Mansfelder Grafen nieder. 1569 gab Herzog Julius Burg und Dorf der Stadt Braunschweig gegen den Verzicht auf das Gericht Asseburg zum Lehen. Im Schmalkaldischen Krieg sowie in den Kämpfen der Herzöge mit der Stadt Braunschweig wurde das Schloss zuletzt 1602 zerstört und verfiel. Erst als Braunschweig 1671 unterworfen wurde, kam Wendhausen wieder an die Herzöge. 1677 wird wieder ein Gut an der Burgstelle erwähnt. 1682 übergaben die Herzöge das Gut ihrem Kanzler Philipp Ludwig Probst, der im Folgejahr geadelt wurde und sich "von Wendhausen" nennen durfte. Dieser ließ das Schloss bis 1688 auf den alten Grundmauern wieder aufbauen. Im Erbgang ging das Schloss 1718 an den holsteinischen Adeligen Conrad Detlev von Dehn. 1753 kaufte es Herzog Karl I. dem hochverschuldeten, mittlerweile zum Grafen ernannten Dehn wieder ab. Das Schloss wurde mit dem Gutsvertrieb danach verpachtet, die erwirtschafteten Gewinne kamen aber nicht mehr dem Schloss zugute, so dass es verfiel. 1873 wurde es in private Hände verkauft und wieder saniert. Nach wechselnder Nutzung beherbergt es heute Wohnungen und Büros.

Bauentwicklung:

Über die Baugeschichte der mittelalterlichen Burg können keine konkreten Aussagen getätigt werden. Kriegsschäden und Zerstörungen bedingten Reparaturen und Wiederaufbauten, über die aber keine Details bekannt sind. Im 17. Jh. entstand zunächst ein Gut auf dem Burgplatz, bis von 1688-1693 das jetzige Schloss gebaut wurde. Der Garten westlich des Schlosses wird ab 1719 angelegt. 1865 wurde der Turm über dem Treppenhaus im Schlossinneren abgerissen.

Baubeschreibung:

Über die Gestalt der mittelalterlichen Burg existieren keine Quellen.
Das Schloss besitzt heute noch ein burgartiges Erscheinungsbild mit seinem unregelmäßigen Hauptgebäude, das direkt im ca. 12 m breiten Hausteich steht. Dies besteht aus drei nach Westen offenen Flügeln, deren Mitteltrakt noch einmal zweigeteilt ist. Westlich erstreckt sich ein großer, von einem rechteckigen Wassergraben umgebener Garten. Nördlich liegen die Wirtschaftsgebäude, von denen eine Brücke über den Wassergraben zum Schloss führt. Durch eine Tordurchfahrt im Nordflügel erreicht man den Innenhof, von dem aus eine Brücke in den Garten führt.

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine