EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hohlenfels

Geschichte:

Burg Hohlenfels wurde um 1353-63 durch Daniel von Langenau aus weitgehend eigenen Mitteln für den Grafen Johann I. von Nassau-Weilburg erbaut. Seit 1363 war sie als Lehen von Nassau-Weilburg in der Hand der Heren von Langenau und bildete eine Ganerbenburg. Sie war eine von mehreren Burgen, die das Nassauische Gebiet gegen die benachbarten Territorien der Grafen von Katzenelnbogen und der Grafen von Diez sicherten. Die Grafen von Diez konnten den Burgbau zwar nicht verhindern, erwirkten aber das Öffnungsrecht. 1446 ist ein Burgfriedensvertrag überliefert, der das Zusammenleben der mittlerweile zahlreichen Ganerben (von Langenau, von Mudersbach, Boos von Waldeck, von der Leyen, Brömser von Rüdesheim, von Einenberg zu Landskron, von Eltz) regelte. Nachdem die Herren von Mudersbach, die inzwischen die Burg in ihren Besitz gebracht hatten, ausgestorben waren, ging sie um 1604 an die Herren von Kronberg über. Im 30jährigen Krieg wird die Burg erheblich beschädigt. Mit Johann Nikolaus starb auf Hohlenfels 1704 der letzte der Herren von Kronberg (bestattet in der Kirche zu Hahnstätten). Es folgten Umbauten durch die Freiherren Waldecker von Kempt, die 1713 einen neuen Wohnbau errichteten. Im Jahr 1753 fällt die Herrschaft Hohlenfels an Nassau zurück. Nach wechselvoller Nutzung als Revierförsterei, Gastronomiebetrieb mit Pension sowie Domizil der Nerother Wandervögel, gelangte Burg Hohlenfels schließlich 1978 in Privatbesitz. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Die ältesten noch erhaltenen Teile der Burg (Schildmauer, Bergfried, Wohnturm, Ring- und Zwingermauern) reichen in die Gründungszeit, Mitte des 14. Jhs. zurück. In welchem Umfang die Burg bei ihrer gewaltsamen Einnahme durch Thiemo von Langenau im Jahr 1427 Schaden genommen hat, lässt sich aufgrund fehlender Schriftquellen nicht sagen. Spätestens seit dem beginnenden 15. Jh. präsentierte sich die Burg als vielgestaltige, dichtbebaute Ganerbenburg. Nach einer teilweisen Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg wurde Hohlenfels 1685 durch Johann Nikolaus von Kronberg wiederhergestellt. Hugo Friedrich Waldecker von Kempt, der sich 1704 erfolgreich um die Lehnsnachfolge des Johann Nikolaus von Kronberg bemüht hatte, ließ unter Verwendung älterer Bauteile im Nordostteil der Hauptburg einen neuen barocken Wohnbau errichten. 1768 erfolgte auf Weisung der nassauischen Behörden der Abbruch des Bergfrieddaches sowie der Dächer eines mittelalterlichen Gebäudes der Hauptburg. Von der imposanten Schildmauer blieb nach Teileinsturz 1979 nur noch das nordwestliche Drittel erhalten. Seit 1980 bemüht sich der Eigentümer in Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden um die Sicherung des Baugrundes der Burganlage und die sukzessive Santierung des Gebäude. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die Burganlage, die einen unregelmäßig-trapezförmigen Grundriss aufweist, ist von einem langen, bogenförmig verlaufenden, 60 m langen und bis zu 18 m breiten Halsgraben umgeben. Im Halsgrabenbereich befanden sich die Wirtschaftsgebäude der Vorburg. Die Südwestseite war durch eine kurze, an beiden Enden turmbewehrte, ehem. 20 m hohe Schildmauer mit vorgelagertem Zwinger geschützt. Ihr östliches Ende ist 1979 teilweise eingestürzt. Dahinter steht frei im Hof der fünfeckige Bergfried (9,5 x 9,1 m, ca. 23 m hoch) mit der Spitze zur Schildmauer gewandt, zugleich den Eingangsbereich deckend. Er weist zwei tonnengewölbte Geschosse auf, wovon das untere wohl als Verlies anzusprechen ist, während im oberen der Hocheingang liegt. Als Besonderheit verfügt der Hohlenfelser Bergfried über einen zweiten, in nachmittelalterlicher Zeit zugemauerten Hocheingang. Über dem ersten Geschoss folgt ein flach gedeckter Raum mit Kamin. Den oberen Abschluss bildet eine Wehrplattform mit Zinnen und ehemals Eckwarten, der Treppenaufgang ist in die Mauerstärke eingearbeitet. Nahebei steht an der östlichen Spitze ein trapezförmiger Wohnturm. An der Westseite befand sich vermutlich ein rechteckiger Palasbau. An der nordöstlichen Seite wurden 1713 weitere Wohnbauten errichtet, wovon der nördliche eine offene Laube aufweist. Die nördliche Spitze wird durch einen achteckigen Turm mit Haube abgeschlossen. Die gesamte Kernburg ist von einer unregelmäßigen Wehrmauer mit runden Ecktürmen sowie vorgelagerten Zwingern umgeben. Der kreuzgratgewölbte Raum über der Wachstube vor dem Wohnturm ist wohl als Kapelle anzusprechen. Unter dem Burghof befand sich eine gemauerte Zisterne, die erst im Zuge der barocken Umgestaltung des Wohngebäudes entstand. (Reinhard Friedrich)