EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Asselburg

Geschichte:

Wie Thietmar von Merseburg in seiner zwischen 1013 und 1018 verfassten Chronik überliefert, versammelten sich 984 auf der Asselburg die Anhänger Ottos III., des damals dreijährigen Sohnes von Kaiser Otto II. und der Kaiserin Theophanu, um im Thronstreit gegen den bayerischen Herzog Heinrich den Zänker Stellung zu beziehen. Es ist unbekannt, in wessen Besitz sich die Burg zu diesem Zeitpunkt befand. Erst 1143 tritt die Asselburg mit dem sich danach benennenden Geschlecht, einem Zweig der Grafen von Winzenburg, für einige Jahrzehnte wieder in den Blickpunkt. Es erlosch 1170. Zwar erhob Heinrich der Löwe Anspruch auf das Erbe, da er mütterlicherseits mit den Grafen von Assel verwandt war, doch verkaufte es die Witwe des letzten Grafen 1186 an den Bischof von Hildesheim. Dieser einigte sich im selben Jahr mit dem Welfen dahingehend, dass beide, Bischof und inzwischen einstiger Herzog, das Erbe aufteilten. Die Asselburg bekam der Herzog. Als dessen Söhne 1202 ihr väterliches Erbe aufteilten, fiel die Asselburg an Otto IV. Danach erscheint die Burg nicht mehr als solche in den Quellen, wahrscheinlich weil sie durch die nahe gelegene, stärker befestigte Burg Lichtenberg überflüssig wurde.
Offensichtlich blieb eine Hälfte der Burg beim Bistum Hildesheim, denn beide Parteien teilten sich das Patronat über die Burgkapelle. Ottos Hälfte ging dann zunächst 1213 an das Stift Scherverlingenburg und danach an das Blasiusstift in Braunschweig. 1236 war die Burg kurzfristig dazu ausersehen, ein gerade in Engerode gestiftetes und zu verlegendes Nonnenkonvent aufzunehmen. Weiterhin erwähnt wird ein 1598 ausgestorbenes Ministerialengeschlecht von Assel. Die Burgstelle war von 1579 bis 1599 im Besitz des Konsistoriums Wolfenbüttel und kam dann zusammen mit zwei Höfen in Burgdorf an die Herren von Kniestedt. Sie erhielten die Erlaubnis, die Burgstelle zu bebauen, und errichteten dort ein Rittergut, das bis 1834 deren herzogliches Lehen blieb. Weitere Besitzer waren von Cramm (1845-1910), von Dobeneck (bis 1926), von Strachwicz (bis 1979). (S. Eismann/G. Pischke)

Bauentwicklung:

Zur alten Asselburg gibt es weder schriftliche noch archäologische Zeugnisse. Die Burgkapelle soll im 18. Jh. niedergelegt worden sein. Das jetzige Herrenhaus, ein zweigeschossiger Fachwerkbau, entstand 1779 nördlich des alten Burgplatzes. Es wurde ab 1985 restauriert und steht seit 1995 mit der Gartenanlage unter Denkmalschutz. (G. Pischke)

Baubeschreibung:

Die Burgstelle der Asselburg liegt im Bereich des späteren Gutes Burgdorf. Sie befindet sich am Ende eines nach Nordosten reichenden Sporns einer kleinen Erhebung. Im Südwestteil der Fläche verläuft eine bogenförmige Abschnittsbefestigung, die aus zwei Wällen und einem dazwischen liegenden Sohlgraben besteht. Im 19. Jh. soll laut Meier zudem noch eine Mauer vorhanden gewesen sein. An den anderen Seiten ist die Burg durch steile Abhänge geschützt, eine zusätzliche künstliche Befestigung ist hier nicht mehr erkennbar. Heute ist die Befestigung auf einer Länge von 130 m erhalten und läuft an den Enden aus. Die Gesamtbreite von Wällen und Graben beträgt 36 m. Der Außenwall erhebt sich 5 m über die Grabensohle bzw. max. 1,50 m über die äußere Umgebung. (S. Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine