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Brunkelburg

Geschichte:

Die Brunkelburg ist wie die benachbarte Krimmelburg in der Vorrömischen Eisenzeit angelegt worden. Ein Bezug beider Anlagen aufeinander wird nicht nur durch ihre Lage auf zwei gegenüber liegenden Talseiten nahegelegt, sondern auch durch einen von der Brunkelburg ausgehenden Wall, der bis an den Fuß des Burgbergs der Krimmelburg führte. Zusammen mit einer weiteren Wall-Graben-Befestigung nördlich der Krimmelburg scheint sich so eine Gesamtanlage zu ergeben, die mit den Oppida der Mittelgebirgszone vergleichbar erscheint.
Die Wiedernutzung der Befestigung im Frühmittelalter spiegelt sich nicht in den Schriftquellen wieder. Vermutlich spielte sie zunächst die Rolle einer sächsischen Fluchtburg, bevor sie unter fränkischer Herrschaft mit unbekanntem Zweck weiterverwendet wurde. (S. Eismann)

Bauentwicklung:

In der Befestigung im Südosten ließen sich drei Bauphasen erkennen. Die ersten beiden bestanden aus vorgeschichtlichen Mergelaufschüttungen, wobei nur die jüngere durch Funde in die jüngere Vorrömische Eisenzeit und beginnende Römische Kaiserzeit datiert ist. Im Frühmittelalter erfolgte dann außerhalb des Walls die Errichtung einer zweiten Wall-Graben-Linie, die mit 4 m Höhe und einem 11 m breiten und 1,80 m tiefen Sohlgraben deutlich mächtiger ausfiel als die ursprüngliche Befestigung. Die drei ins Tal führenden Wälle wurden ursprünglich sehr wahrscheinlich in vorgeschichtlicher Zeit angelegt, von ihnen wurde der mittlere 1895 abgetragen. (S. Eismann)

Baubeschreibung:

Die Brunkelburg liegt auf einem nach Nordwesten vorspringenden Bergsporn des Kuxberges am Südhang des Reitlingstales gegenüber der Krimmelburg. Das dreieckige Areal der Befestigung weist eine Länge von ca. 450 m und an der Basis eine Breite von ca. 190 m auf. Am Übergang zur Hochfläche im Südosten ist sie als doppeltes Wall-Graben-System ausgeführt. Die Flanken des Sporns sind durch heute nur noch flach vorhandene Wälle geschützt, die ca. 55 m vor der Spornspitze aufeinander treffen. Von der Umwehrung zweigen nach Norden in das Reitlingstal drei Wälle ab, von denen der westlichste zum Schutz einer an der Spornspitze gelegenen Quelle diente. Der heutige Wegeverlauf markiert auch die beiden alten Zugänge, von denen der kleinere im Südwesten mit einem hölzernen Kammertor versehen war. (S. Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1905 mit Keramikfunden des 9./10. Jhs.
Lesefunde von Keramikscherben des 7./8. Jhs.