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Braunshorn

Geschichte:

Bereits 1098 wird ein Gandolf von Braunshorn (Bruneshore) erwähnt, weitere Nennungen 1140-60 (Ulrich v. B.) sowie 1184-97 (Werner v. B., Sohn des Ulrich v. B.). Offenbar handelt es sich bei dem Burghügel um den ursprünglichen Sitz dieses im Hunsrück bedeutenden Geschlechtes. Unklar ist, ob es sich zunächst um einen Allodialbesitz handelte und erst später um ein pfalzgräfliches Lehen. 1273 jedenfalls war die Burg B. Lehen der Pfalzgrafen bei Rhein. Am 4. Juli des gleichen Jahres wurde sie von Johann von Braunshorn und Gerhard von Wildenburg, in deren gemeinsamen Besitz sie sich befand, an den Pfalzgrafen Ludwig verkauft, 1341 hatten die Herren von Braunshorn auf alle Rechte an der Burg Braunshorn verzichtet, da sie ihren Interessenschwerpunkt nach Beilstein an der Mosel verlagert hatten, wo sie 1362 ausstarben. Nachdem Pfalzgrafen Ludwig 1273 diesen für die territorialpolitischen Auseinandersetzung mit dem Trierer Erzbischof günstig gelegenen Stützpunkt erhalten hatte, war sie von 1314-1354 an König Johann von Böhmen und Erzbischof Balduin von Trier verpfändet. Anschließend kam sie an den Pfalzgrafen zurück, in dessen Besitz sie verblieb. Wann der Verfallsprozess einsetzte, ist nicht bekannt. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Der Burghügel bereits 1936 teilweise abgetragen. Ehemals offenbar quadratisch (ca. 20 m Seitenlänge, Höhe 3,4 - 4 m). Im Wiesengelände waren noch die Reste eines schon damals eingeebneten, umgebenden Grabens zu erkennen. Auf dem mit Gras und Buschwerk bestandenen Hügel war an einer offenbar angegrabenen Stelle eine Kulturschicht nicht erkennbar, jedoch wurden zwei mittelalterliche Scherben aufgelesen (v. Uslar, Ortsakten LDA 1936). Bei einer erneuten Besichtigung 1964 war der Hügel bereits eingezäunt und in seinem unmittelbaren Bereich ein neues Wohnhaus entstanden. (Reinhard Friedrich)

Arch-Untersuchung/Funde:

2 MA-Scherben, 1936 gefunden: 1 WS m. Innenglasur , nztl.; 1 WS gelbe Irdenware mit an der Oberfläche hervortretender Magerung, evtl. Pingsdorfer Ware 11./12. Jahrhundert (Bemalung fehlt leider). (R.F.)