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Bürresheim

Geschichte:

Die ersten Besitzer Mettfried und Everhard von Burgenesem werden 1157 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Hillin genannt. Kurz vor 1189 wird die Burg von dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (1168-90) erworben und den bisherigen Besitzern zu Lehen gegeben. Von dieser Anlage des 12. Jhs. sind kaum sicher zuweisbare Reste erhalten. Etwa einhundert Jahre später, 1281, erwarb auch der Trierer Erzbischof einen Anteil an Bürresheim, so dass die Burg aus einem Trierer (Ostburg) und einem Kölner (Westburg) Teil bestand. 1359 traten die von Bürresheim ihre Besitzrechte an der Burg an die Vögte von Leutesdorf ab. Neben ihnen treten als Mitbesitzer der Burg die Herren von Schöneck und die von Bell in Erscheinung. Die Schönecker veräußerten 1473 ihre Hälfte an Bürresheim an die Familie von Breitbach, die vier Jahre später, 1477 auch den Anteil der Herren von Bell in ihren Besitz brachten. Zu Beginn des 16. Jhs. fiel die Westburg (Kölner Burg) durch Erbschaft an die Schilling von Lahnstein. Bis 1669 gelang es der Familie von Breitbach, die sich seit 1691 von Breitbach zu Bürresheim nannte, die übrigen Anteile zu erwerben und so in den Alleinbesitz von Schloss Bürresheim zu kommen. Das Erbe der von Bürresheim traten 1796 die Grafen von Renesse an, denen als Eigentümer 1921 die Grafen von Westerholt folgten. 1938 ging Schloss Bürresheim mit seiner gesamten Ausstattung an den Provinzialverband der Rheinprovinz und nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 an die Verwaltung der Staatlichen Schlösser Rheinland-Pfalz und dessen Nachfolger über. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zur Baugestalt der ersten, hochmittelalterlichen Burganlage aus der Mitte des 12. Jhs. liegen bislang noch keine gesicherten Erkenntisse vor. Zu ihrem Baubestand gehört vermutlich der quadratische, im 15. Jh. aufgestockte Bergfried, der die um 1300 entstandene Westburg (Kölner Burg) von der Ostburg trennt. Die Trierer Burg wurde ab 1473 ausgebaut. Nachdem die recht komplizierten Besitzverhältnisse der Ganerbenburg geklärt waren und sich die Anlage 1659 im Alleinbesitz der Herren von Breitbach befand, ließ Anna Magdalena von Metzenhausen, die Witwe des Wolf Heinrich von Breitbach 1659-1661 Bürresheim barock umgestalten. Zu dieser Zeit entstand über dem Kanonenweg der als "Amtshaus" bezeichnete Südflügel der Trierer Burg. Zwischen dem Amtshaus und dem spätgotischen Wohnbau wurde ein weiteres Gebäude aufgeführt. Um 1700 ließ Georg Reinhard von Breitbach-Bürresheim zwischen dem gotischen Wohnbau und dem Bergfried den Kapellenbau aufführen. Vor der Südseite der Burg wurde um 1680 ein französischer Barockgarten angelegt, den man 1952 in seiner heutigen Form rekonstruierte. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die auf einem von der Nette umflossenen Felsen gelegene, über annähernd rechteckigem Grundriss von 60 x 37 m errichtete Burg gliedert sich in zwei Teile, die ruinöse westliche "Kölner Burg" und die noch erhaltene östliche Trierer Burg. Auf der höchsten Stelle des Burgareals liegt der vermutlich im 12. Jh. aufgeführte quadratische Bergfried. Die östliche Angriffsseite sicherte ursprünglich ein doppelter Halsgraben. Der Zugang für Besucher erfolgt von der Südseite durch das äußere Burgtor und die unterhalb der Vorburg gelegene Zwingeranlage. Beachtung verdient der mächtige, mit einem spätgotischen Fachwerkobergeschoss und kleinen Rundtürmchen versehene Flankenturm sowie ein weiterer, zweifach über Rundbogen- und Maßwerkfries vorkragender runder Flankenturm. Bemerkenswert ist ferner die von zwei gerundeten Flankentürmen gefasste Nordwestseite mit dem Zugang zur Kölner Burg. Dort findet sich das im 13./14. Jh. im Rheinland und in der Eifel verbreitete Motiv des Doppelturmtores (vgl. Mürlenbach, Kasselburg, Monschau, Heimach, Welschbillig). (Jens Friedhoff)