EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Harliburg

Geschichte:

Die Harliburg verdankt ihre Entstehung dem Streit um den deutschen Königsthron zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. zwischen 1198 und 1208. Die Reichsstadt Goslar hielt zu Philipp, deshalb ließ Otto IV. um 1203 die Harliburg zur Kontrolle der nördlichen Zufahrtswege dorthin errichten. Nach der Ermordung Philipps 1208 hielt sich Otto häufiger auf der Burg auf. In seinem Testament regelte er 1218 die Entschädigung der Wald- und Bodenbesitzer, deren Rechte bei der Errichtung der Burg missachtet wurden. Nach deren Abfindung 1220 war die Anlage keine Reichsburg mehr, sondern Eigentum der Welfen. 1219 wird erstmals ein Angehöriger des Geschlechts von Harlingeberg als Vogt der Harliburg erwähnt, die dann spätestens am Ende des 13. Jhs. im Besitz von Burg und Burgberg waren. 1279 erbte Herzog Heinrich der Wunderliche die Burg und benutzte sie als Stützpunkt für Raubzüge gegen die umliegenden Handelsstraßen. Im Jahr 1291 belagerte deshalb ein Aufgebot sämtlicher Bischöfe und Landesherren der Umgebung sowie der Reichsstädte Goslar, Braunschweig und Magdeburg die Burg. Dafür wurde die Burg mit fünf Belagerungsschanzen umgeben. Nach vier Monaten kapitulierte die Besatzung. In der folgenden Gerichtsverhandlung wurde der Abbruch der Harliburg verfügt. Die Burg wurde nicht mehr wiederaufgebaut und blieb Ruine. Die Steine wurden einer späteren chronikalen, in ihrem Wahrheitsgehalt umstrittenen Überlieferung zufolge zum Bau der Vienenburg und der Burg Wiedelah verwendet. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand lassen sich keine Angaben zur Bauentwicklung machen. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Harliburg liegt auf einer vorgeschobenen Bergkuppe nördlich der Oker. Die Kernburg nimmt mit 150 x 50 m Fläche die höchste Stelle der Bergkuppe ein. Der Zugang erfolgt von Südosten durch den südlichen Hauptgraben, die dortigen Geländestrukturen deuten eine zurückgezogene Torgasse bzw. überlappende Befestigungslinien an. Hinter der Toranlage scheint eine Eintiefung auf eine ehemalige Zisterne hinzudeuten. Im Osten nahe des Grabens befinden sich die Schuttreste eines Rundturmes von etwa 16 m Durchmesser. Südlich des Turmes erkennt man wie auch an anderen Stellen Hauspodien oder sonstige Reste einer Bebauung. Im Norden, Westen und Osten umschließt ein tiefer Graben das Kernwerk, bei dem streckenweise ein Vorwall zu erkennen ist.
Nördlich unterhalb des Kernwerkes liegt, durch den Graben getrennt, die erste Vorburg mit ca. 50 m Breite. Sie wird nach außen durch den sog. Hauptwall geschützt. Davor umzieht ein Graben mit Vorwall Kernwerk und erste Vorburg.
Im Nordwesten, Norden und Osten schließt sich eine weitere, tiefer gelegene Vorburg an. Ihre Wall- und Grabenbefestigung beginnt an der Westecke der inneren Vorburgbefestigung und erreicht nach bogenförmigem Verlauf, der sich an der Befestigung der ersten Vorburg orientiert, die Südostecke der Burg. An der Ostflanke fällt das Gelände derart steil ab, dass lediglich eine Terrasse mit steiler Außenböschung vorhanden ist. Im Nordosten befindet sich heute eine Einfahrt in die Vorburgen. Ein Geländevorsprung mit davorliegendem Grabenrest könnte dafür sprechen, dass hier möglicherweise ein weiteres Tor mit Zwinger angelegt war.
Die Burg beeindruckt heute vor allem durch die mächtigen Wall-Graben-Anlagen. Nach dem von Oppermann erstellten Geländeprofilen liegt der 16-18 m breite Graben nördlich des Kernwerkes 12 m tiefer als das Plateau. Der Hauptwall der ersten Vorburg ist 3 m hoch, die Gräben sind bei 12-15 m Breite 7-9 m tief. Geringere Maße besitzt die Befestigung der zweiten Vorburg mit 1,5-2 m Grabentiefe und ca. 1,5 m Wallhöhe. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine