EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Neuengleichen

Geschichte:

Die beiden sich auf zwei benachbarten Bergkuppen gegenüber liegenden Burgen Alten- und Neuengleichen wurden wohl um 1100 von den Grafen von Reinhausen erbaut, als sie ihren Stammsitz in Reinhausen in ein Chorherrenstift umwandelten. Dieses erhielt die Gleichenburgen zu Geschenk. Der aus dem angenzenden Ort stammende Bruno von Gelliehausen nahm die Burgen unrechtmäßig in den Besitz. Neuer Eigentümer der Burgen wurde hingegen das Erzbistum Mainz, als Graf Hermann II. von Winzenburg als Erbe der Reinhausener Güter das Kloster von Reinhausen an dieses abtrat. Nach Heinrichs Tod erhob Heinrich der Löwe Anspruch auf Reinhausen und die Gleichen und nahm diese in Besitz. Auch nach der Rückgabe des Klosters an Mainz 1209 verblieben die Burgen in der Hand der Welfen, die sie um 1270 an die Herren von Uslar gaben. Diese besaßen zumindest Teile der Burgen als allodiales Eigentum. 1318 wird erstmals zwischen Alten- und Neuengleichen unterschieden. 1402 endete eine wahrscheinlich wegen Wegelagerei vorgenommene 14tägige Belagerung der Burg durch den Herzog von Braunschweig und den Städten Göttingen und Hannover erfolglos. Nach einer Erbteilung kam die Burg Neuen-Gleichen nach dem Aussterben der dortigen Linie der Herren von Uslar 1451 in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel. Diese verpfändeten die Burg an die Herren von Bodenhausen. Bis 1816 war sie Sitz des hessischen Amtes Neuen-Gleichen, dessen Amtssitz am Ende des 16. Jhs. zum Wittmarshof im Gartetal wechselte. In dieser Zeit hatte schon der allmähliche Verfall der Burgen eingesetzt. 1594 bestand auf Neuengleichen eine Mönchszelle. Ein Pförtner wohnte hier noch 1613. Die 1816 an Hannover gefallene Ruine wurde 1847 auf deren Bitten wieder den Herren von Uslar-Gleichen übereignet. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Über die Baugeschichte ist so gut wie nichts bekannt. 1435 wird eine Kapelle vor der Burg erwähnt. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Zwillingsbergkuppen der Gleichen ragen als Muschelkalk-Zeugenberge, deren Kuppen ca. 350 m voneinander entfernt sind, über die umgebende Sandsteinlandschaft heraus. Die Burg Neuengleichen nimmt ein Plateau im Osten des nördlichen Gipfels von ca. 35 m Durchmesser ein. Ein Steilabfall von 12-16 m bot reichlich Schutz. Über die Bebauung der Burg herrscht aufgrund mangelnder Untersuchungen weitgehend Unklarheit. Mittlerweile sind auch so gut wie alle Mauerreste auf dem Plateau verschwunden.
Auf einem Kupferstich von Wilhelm Dillich aus dem Jahr 1590/95 ist ein größerer Palas, ein rechteckiger Flankenturm und möglicherweise ein runder Bergfried zu erkennen. Die Zuverlässigkeit der Wiedergabe ist aber bisher nicht überprüft worden. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehungen 1981, 2013 mit hoch- und spätmittelalterlichen Funden. (Stefan Eismann)