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Börgerland, Bunder Burg

Geschichte:

Das Steinhaus existierte in einer Zeit, in der die historische Überlieferung keine Häuptlinge in Bunde kennt. Erst mit Gala Nommka tritt 1391 und 1420 ein Bunder Häuptling bei Grenzfestlegungen in Erscheinung. Dieser kann aber schon im Steinhaus von Bunderhee, dem noch existierenden Nachfolger der Bunder Burg, residiert haben. Der Name Nommka taucht später für die Bunder Häuptlinge nicht mehr auf. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts befand sich Bunde unter dem Einfluss der Groninger Ommelande. Als das Geschlecht der tom Brok ab 1400 seine Herrschaft ausdehnte, stand Bunde zwischenzeitlich im Machtbereich von Keno II. tom Brok. Nach Niederschlagung der tom Broks im Jahr 1427 erstarkten wieder die örtlichen Häuptlinge. In den Jahren 1448 und 1463 sind ein Lavert und Luwert Samminga als Häuptlinge in Bunde nachweisbar. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Bei der Untersuchung des Hügels konnten zwei Bauphasen festgestellt werden. Die ursprüngliche Sandschüttung wurde im Südwesten mit Lehm und Hölzern befestigt. Drei Pfostenlöcher und ein Gräbchen können eventuell auf einen hölzernen Vorgängerbau des Steinhauses hindeuten. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg bestand aus einem Turmhügel von 30-34 m Durchmesser und 2 m Höhe, dem sich im Nordwesten eine Vorburg von 20 x 60 m Größe anschloss. Der Hauptburghügel war auf drei Seiten von einem natürlichen Wasserlauf umgeben, nur im Nordwesten wurde zur Vorburg hin ein künstlicher Graben angelegt. Der Zugang erfolgte von Osten zunächst auf das Plateau der Vorburg und dann auf die Hauptburg. Die Verfüllung des 10-15 m breiten Wassergrabens mit kalkhaltigem Klei lässt darauf schließen, dass er eine schiffbare Verbindung zur Ems bzw. zum Dollart besaß. Auf dem Turmhügel kamen die ausgebrochenen Fundamente eines Steinhauses von 10-11 m Länge und 9 m Breite bei einer Mauerstärke von 1,4 m zu Vorschein. In der Nordecke des Steinhauses befand sich ein Brunnen. In 5 m Abstand verlief eine parallele Reihe von Pfosten, die aus viereckigen Hölzern mit 30 cm Seitenlänge bestand. Dies war wahrscheinlich das Grundgerüst einer hölzernen Befestigung. Möglicherweise wurde sie im Nordosten durch einen Graben verstärkt.
Im Nordwesten ist der Hügel teilweise abgegraben, im Südosten ist im 2. Weltkrieg ein Bunker eingetieft worden. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Bohrungen 1972.
Ausgrabung 1973.