EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Kropsburg

Geschichte:

Wohl Anfang 13. Jh. als Lehensburg des Hochstiftes Speyer errichtet. Der Name der Edelen von "Cropfisberg" ist erstmals für 1210 bezeugt. Im gleichen Jahr findet sich ein Hinweis auf die obere Burg. Zusammen mit der jüngeren unteren Burg bildet die Anlage eine Einheit. Im Spätmittelalter teilten sich jeweils zwei Inhaber das Lehen Kropsburg, bis die Kämmerer von Worms, genannt Dalberg, 1439 beide Burghälften in einer Hand vereinigen konnten. Die Burg, 1375 in einer Fehde der Grafen von Leiningen mit den Städten Mainz, Worms und Speyer beschädigt, trotzte 1462 und 1470 zwei Belagerungen und dem Ansturm der Bauern 1525. Im 30jährigen Krieg wurde die Anlage teilweise, im Pfälzischen Erbfolgekrieg vollständig zerstört. (Dieter Barz;
Die Zerstörungen des 16. und 17. Jahrhunderts bedeuteten keinesfalls das Ende der vorerst noch in Dalbergschem Besitz verbleibenden Burg, die jedoch nur noch selten wohnlich genutzt wurde. Im 18. Jahrhundert teilweise wiederhergestellt, wurde die Burg 1794 als Nationalgut eingezogen und 1805 versteigert. Als Eigentümer folgten die Familien Völcker, 1840 der St. Martiner Weingutsbesitzer Jakob Will, 1920 Karl Jungk und seit 1971 die Familie Erath. Unter der Familie Völcker wurden bereits die Türme abgebrochen und 1851 folgte die Niederlegung weiterer Bauteile. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Kernburg mit Bergfried und Palas können ins frühe 13. Jh. datiert werden. Die erhöht gelegene, ungefähr quadratische Oberburg wurde zu Beginn des 19. Jhs. größtenteils abgetragen. Die Steine verwendete man zum Bau der Festungsanlagen in Germersheim. Von den in der 2. Hälfte des 16. Jhs. errichteten Gebäuden der Unterburg sind am besten erhalten ein achtseitiger Treppenturm und der anschliessende innere Torbau mit zwei Pilasterportalen in Renaissanceformen; über einem davon eingemauerte Werkstücke, bez. 1560, 1584. Das noch erhaltene Gebäude in der Unterburg datiert in das Jahr 1771. (Dieter Barz)

Baubeschreibung:

Von der Kernburg haben sich nur Reste vom Bergfried und dem Palas erhalten. Die Ringmauer mit Resten halbrunder Schalentürme folgt den Grenzen des Bergplateaus. Zugang im Westen durch einen rustizierten Torbogen von 1583; der ihn flankierende quadratische Eckturm ist später als Gartenhaus ausgebaut, mit Freitreppe zu einer 1621 bez. Tür im Obergeschoss. 1771 entstand im Bereich der Unterburg ein schlichtes Wohngebäude (Dieter Barz)