Geschichte:
Die Burg wird nie in der historischen Überlieferung erwähnt. Als ihre Erbauer lässt sich das ab 1292 vereinzelt in den Urkunden erscheinende Ministerialengeschlecht der Herren von Eppertshausen annehmen. Der Ort war im Besitz der Herren von Groschlag, die ihn 1438 an die Grafen von Katzenelnbogen verpfändeten. Das Pfand wurde wieder eingelöst, 1629 besaßen die Groschlag Eppertshausen als kurmainzisches Lehen. Das ursprüngliche Groschlagsche Herrenhaus war das Pfarrhaus, das seit 1751 diese Aufgabe wahrnimmt. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die aufgefundenen Fundamente des Wohnturms wurden vom damaligen Bodendenkmalpfleger des Landkreises Dieburg, Novotny, in die Stauferzeit datiert.
1521 erließ der Mainzer Erzbischof einen Ablass zur Errichtung einer neuen Kirche in Eppertshausen anstelle der alten, da diese niedergebrannt und völlig zerstört sei. Über diese Kirche ist ansonsten nichts bekannt, Körner nimmt an, dass es sich dabei um das ehemalige Burggebäude handelt. Dagegen spricht allerdings, dass das ergrabene Gebäude keinerlei hervorgehobenen Ostabschluss wie einen Chor oder eine Apsis und auch keine erkennbare Innengliederung aufweist.
Die erste Kirche wurde erst 1737 errichtet. 1825 wurde sie abgerissen und durch einen Neubau im Stil Georg Mollers an einem anderen Platz ersetzt. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
1961 wurde vor dem Pfarrhaus ein Rückstaubecken für die Kanalisation gebaut. Bei den Erdarbeiten stieß man auf fast 2 m starke Trachytmauern. Diese ergaben ein Rechteck, dessen Größe sich nach den ungefähren Angaben mit großer Vorsicht auf ca. 18 x 13 m bestimmen lässt. Es reicht bis auf 10 m Tiefe in das Südosteck der heutigen Kirche herein. Östlich des Gebäudes wurde ein Brunnen entdeckt. Seine Füllung enthielt Keramik mutmaßlich des 9./10. Jhs., diese wurde angeblich ins Museum Dieburg verbracht, dort existieren darüber aber keine Aufzeichnungen. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Entdeckung der Fundamente eines Wohnturms 1961.