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Schwallenbach

Geschichte:

Seit der M. d. 13. Jhs. werden die Herzöge v. Bayern vom Kloster Niederaltaich als Vögte mit den Gebieten um Schwallenbach belehnt. Die Kuenringer setzen, als Aftervasallen der bayer. Herzöge, ihrerseits Lehensleute ein. Von diesen werden als erste 1243 "Engelschalcus et Chunradus de Swelpach" und "Heinricus de Swelnpach" genannt. Nach den Kuenringern scheinen die Grünberger (an der Steyr) als Lehensträger, ab 1300 Ulrich v. Kapellen. Später gelangt der Besitz an Seyfried Ruczendorffer (Ritzendorfer oder Fritzelsdorfer), 1416 an Christoph v. Ratpach (Rappach), 1419 an Gebhard Fritzelsdorfer. Ab 1420 ist Seifried Ritzendorfer als Besitzer des bayer. Lehens nachzuweisen. Danach erscheint Niklas Truchseß v. Drasenhofen als Burgbesitzer und anschließend sind Jörg Scheck v. Wald und die Hrn. v. Schrat(t) gleichzeitig bayer. Lehensträger. Deren Nachfolger, die Neidegger, vereinigen Schwallenbach mit Spitz und Zaissing. Nach der Zerstörung durch böhmische Truppen 1463 wird der Bau wieder instandgesetzt. 1504/07 fällt der bayer. Besitz schließlich an die Habsburger. In der Folge wird Schwallenbach ab 1590 als freies Eigen verkauft, zunächst an die Hrn. v. Kuefstein. Anfang d. 17. Jhs. im Besitz der Anna v. Polheim, die die Burg zum Schloss umgestaltet. 1871 an den Wiener Bürgerspitalfonds, später an Private. Heute im Besitz von Reinhold Hofstätter.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Von der seit der M. d. 13. Jhs. erschließbaren Burganlage haben sich bedeutende spätmittelalterliche Bauteile (u.a. der Bergfried) erhalten; inwieweit diese auf Instandsetzungsmaßnahmen nach den Zerstörungen von 1463 zurückgehen, ist unklar. Um 1700 erfolgt der Umbau zum Burg-Schloss unter Anna v. Polheim.

Baubeschreibung:

Der heutige Schlossbau, das sog. "Glöckerl von Schwallenbach", ist ein unregelmäßiger, 2-gesch. 4-Flügelbau, der in seiner gegenwärtigen Erscheinung auf die Bautätigkeit E. d. 16./A. d. 17. Jhs. zurückgeht. Der Bau überbaut bzw. integriert jedoch Bauteile des Mittelalters, u. a. einen noch 5-gesch. Turmbau mit jüngeren Schwalbenschwanzzinnen an der NW-Ecke. Dem N- und O-Flügel sind hofseitig Arkadengänge vorgelegt, deren gratgewölbte Gänge des Obergeschoßes auf Pfeilern im Erdgeschoß ruhen. Tonnengewölbte Keller im W-Trakt und die Zisterne im Hof können auf das 15. Jh. zurückgehen, darüber hinaus sind im Bau mehrere spätmittelalterliche Spolien des 14. und 15. Jhs. eingebaut. Während die Erdgeschoße durchwegs Gewölbekonstruktionen des 16. und 18./19. Jhs. zeigen, besitzen die Obergeschoße Spiegelgewölbe und stuckierte Flachdecken des 16. - 18. Jhs. Durch relativ nüchterne Restaurierungen hebt sich der flächenmäßig zwar größere Bau nur noch bescheiden von der stark mittelalterlich geprägten dörflichen Verbauung des Ortes ab.
(G.R.)