EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Tata

Geschichte:

Es wird angenommen, dass der erste Wohnbau am Ufer des Altteiches (Öregtó) schon in der 2. Hälfte des 14. Jhs, als Gründung der Familie Lackfi entstand. Sicher ist aber nur das, dass König Sigismund von Luxemburg - ab 1397 Besitzer der Siedlung Tata - hier Anfang des 15. Jhs. eine repräsentative Sommerresidenz für sich erbauen ließ. Nach seinem Tode wurde die Burg der Besitz der Rozgonyi-Verwandschaft, erst 1467 kam wieder in königliche Hände. Unter König Matthias Corvinus (1458-1490) wurde wiederum als Sommerresidenz gebraucht. Während der Türkenkriege war sie als Grenzfestung meist auch im königlichen Besitz. Erst zwischen 1558-1566 und später zwischen 1594-1597 stand die Burg unter osmanischer Besetzung. Im 17. Jh. wurde sie an mehreren Adelsfamilien verpfändet. 1727 kaufte endlich die Anlage die Familie Esterházy und behielt sie bis zu der Verstaatlichung 1945. (G.T.)

Bauentwicklung:

Die Residenz des Königs Sigismund war eine regelmäßige quadratische Anlage mit Binnenhof und mit vier Ecktürmen, bestehend aus drei, mehrstöckigen Palastflügeln, im Osten mit der Kapelle. König Matthias Corvinus ließ den Burghof mit einem herumlaufenden, Laubengang erweitern und baute eine neue äußere Umfassungsmauer mit Torturm, sowie eine Terrasse zum Teich, vielleicht schon mit Renaissance-Bauelementen. Im 16. Jh. wurde die Burg systematisch zur Festung ausgebaut, zwischen 1568 und 1577 entstand außerhalb des mittelalterlichen Grabens ein fast regelmäßiger neuer Befestigungsgürtel mit Rondell bzw. mit Bastionen an den Ecken. Im 18. Jh. wurden zwei Gebäudeflügel und mehrere äußere Bauten abgetragen, der auch heute noch vorhandene Südflügel wurde zuerst 1815, dann 1893-94 historisierend umgebaut. Nach 1970 erfolgte die Wiederherstellung so der Palastbauten, wie auch der Festungsmauer. (G.T.)

Baubeschreibung:

Der sich innerhalb der Stadt, am Ufer des Altteiches befindliche, fast regelmäßige Burg verfügt auch heute noch über bemerkenswerte Mauerteile der frühneuzeitlichen, bastionierten Befestigung (Basteien, Rondell, Kasematten, Toranlage), wobei viele Teile schon im romantischen bzw. historisierenden Stil umgebaut wurden. Von dem mittelalterlichen Palastbau steht nur der Südflügel mit bemerkenswerten gotischen Details (Fenster, Türe, Gewölbe), sowie die Südmauer der Kapelle des ehemaligen Ostflügels. Die während der Ausgrabungen freigelegten Mauerzüge wurden konserviert bzw. didaktisch ergänzt. (G.T.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Auf den zentralen Gebieten der Burganlage wurde zwischen 1965 und 1972 - anlässlich der Wiederherstellungsarbeiten - eine systematische Ausgrabung durchgeführt. Es wurden die in der Neuzeit abgetragenen mittelalterlichen Bauteile freigelegt (S. B. Szatmári). Unter den Funden sind besonders die Ofenkacheln hervorzuheben. (G.T.)