EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Gesztes vára

Geschichte:

Der Erbauer - wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten des 13. Jhs - der ersten Befestigung auf dem Burgberg war ein Zweig des adligen Geschlechtes Csák. 1326 ließ dann König Karl Robert (1308-1342) für sich durch Tausch erwerben. Bis zu den ersten Jahrzehnten des 15. Jhs. blieb in königlichen Händen, als Teil des königlichen Jagdreviers. Der hiesige Aufenthalt vom König Sigismund ist mehrmals urkundlich nachzuweisen. Danach besaßen sie zuerst die Rozgonyis, ab 1444 der mächtige Aristokrat der Zeit, Miklós Újlaki. Sein Sohn verlor 1495 die Burg, die dann zuerst der Familie Somi, dann ab 1519 der Familie Török gehörte. Während der Türkenkriege haben die Osmanen die Anlage mehrmals erobert, 1556, 1557-58., 1589-98, 1599-1600 stand unter ihrer Besetzung. Die Quellen deuten darauf hin, dass im 17. Jh. die strategische Bedeutung der Burg immer geringer wurde. Ab Ende des 17. Jhs. steht schon der Palastbau leer, sein Inhaber, die Familie Esterházy genehmigt dann Mitte des 18. Jhs. den Abbruch der Ruinen. 1932 ließ man hier - ohne Ausgrabung - ein Touristenheim errichten. Zwischen 1960 und 1963 wurden die noch vorhandenen Bauteile des Palastbaus saniert bzw. ergänzt und zum Touristenhotel ausgebaut. (G.T.)

Bauentwicklung:

Die früheste Burganlage ist nicht bekannt, die bisherigen Grabungen fanden noch keine Baureste bzw. Funde aus dem 13. und aus dem frühen 14. Jh. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die erste Burg den Bauarbeiten zum Opfer fiel, die zwischen etwa 1380 und 1387 hier geführt wurden und denen der heute noch vorhandene regelmäßige Palastbau zu verdanken ist. Die auf rechteckigen Grundriss erbaute Anlage bestand aus zwei dreistöckigen Wohnflügeln, die durch einen Binnenhof - mit Konsolengang - voneinander getrennt bzw. verbunden waren. So im Norden - neben dem inneren Tor - wie im Süden war der Palast mit je einem turmartig vorspringenden quadratischen Turm(?)bau erweitert. Die Räumlichkeiten der beiden Obergeschosse verfügten über große Fenster mit Steinumrahmung, auch Erkeranlagen sind nachzuweisen. Die Bauzeit und die Form der Außenmauer ist noch nicht vollkommen geklärt, der quadratische Torturm stammt noch sicherlich aus dem 15. Jh. Während der Türkenkriege wurde die innere Toranlage außen mit verschiedenen Verteidigungswerken verstärkt, auch die westlichen, noch kaum bekannten Vorwerke könnten aus dieser Zeit stammen. Wenigstens die nördliche Außenmauer sollte durch eine Holz-Erde-Wallanlage ersetzt werden. (G.T.)

Baubeschreibung:

Auf dem Plateau des bewaldeten Burgberges steht heute der rechteckige Palastbau, dessen mittelalterliche Außenmauer meistens bis zum Anfang des dritten Geschosses hochragen. Vor dem erhalten gebliebenen Tor befinden sich die rekonstruierten Teile des türkenzeitlichen Vorwerkes. Besonders im Binnenhof sind bemerkenswerte Details aus der Bauzeit erhalten (Fenster- und Türöffnungen, Kragsteine des Ganges.) In der nördlichen Außenfassade befinden sich noch mehrere, zum Teil rekonstruierte gotische Fenster. Die Ergänzung der Tonnengewölbe des Erdgeschosses, die meisten Wände sowie der Abschluss des ersten Obergeschosses (Aussichtsplatform) stammen aus der Zeit 1960-63. Auf die ehemaligen äußeren Befestigungsgürtel weisen nur bescheidene Mauerreste vor allem im Westen, sowie im Nordosten (Torturm) hin. (G.T.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die ersten Ausgrabungen zwischen 1969-62 beschränkten sich auf das Palastgebäude, bzw. auf seine enge Umgebung (M.G. Sándor). 2003 wurden dann Sondierungsgrabungen durchgeführt, um die Disposition der Außenmauer aufzudecken (I. Feld). Die Mehrheit des Fundmaterials besteht aus Denkmälern der frühen Neuzeit, aus dem Mittelalter ist nur die Bauskulptur hervorzuheben. (G.T.)