EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Schönstein b. Gilserberg

Geschichte:

Bei der auf einem Bergsporn über dem Gilsatal gelegenen Burg Schönstein handelt es sich um eine spätmittelalterliche Burggründung der Grafen von Ziegenhain, Sehr wahrscheinlich wurde Schönstein zwischen 1341 und 1350 von Graf Johann I. angelegt. Nach Zerstörungen im Sternerkrieg 1371/72 sowie 1386 und 1399 wurde die Burg jeweils wiederhergestellt. Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain gelangte Schönstein wie auch alle übrigen ziegenhain`schen Landesburgen an die Landgrafen von Hessen. In den Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen Ludwig II. und Heinrich III. von Hessen stürmten 1468 böhmische Söldner Burg Schönstein und verwüsteten die Anlage, die abermals wieder in Stand gesetzt wurde. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war der landgräfliche Rat Otto Hund Pfandherr von Schönstein. Vor 1600 geriet die Burg in Verfall und wurde zur Ruine. (J.F.)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung der kleinen, auf einem Bergsporn gelegenen Anlage liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Der rechteckige Grundriss ist sehr wahrscheinlich bereits auf die spätmittelalterliche Gründung durch die Grafen von Ziegenhain zurückzuführen. Burg Schönstein wurde bereits vor 1600 aufgegeben und zur Ruine. In den letzten Jahren wurden große Teile der Anlage durch die Forstverwaltung gesichert und instand gesetzt. Eine Informationstafel vermittelt die wenigen bislang bekannten Daten zur Geschichte der Burg. (J.F.)

Baubeschreibung:

Von dem umliegenden Gelände wird die in Spornlage über dem Gilsatal liegende Burg durch einen imposanten Halsgraben abgetrennt. Reste einer die rechteckige Kernburg umgebenden Zwingeranlage fehlen. Die genaue Lage der Vorburg ist bislang unklar. Die noch mehrere Meter hohen Mauerreste der rechteckigen Kernburg erlauben keine zuverlässige Rekonstruktion der Baugestalt. Das Hauptgebäude der Anlage war offenbar ein 9 m breites und 20 m langes mehrstöckiges Gebäude, das typologisch wohl als Kemenate anzusprechen ist und den Nordostteil des Burgareals einnimmt. Große Teile der Ruine wurden in den letzten Jahren saniert und die Anlage durch eine Informationstafel erschlossen. (J.F.)