EBIDAT - Die Burgendatenbank

Eine Initiative der Deutschen Burgenvereinigung Menu

Horr

Geschichte:

Als erste Besitzer von Haus Horr werden die Grafen von Robrichoven, was eventuell mit Rüblinghausen identisch ist, genannt. Ende des 13. Jahrhunderts kam es in den Besitz der Familie von Helpenstein. 1329 müssen die Enkel des ersten Besitzers, Friedrich und Dietrich Helpenstein, die Burg dem Erzbischof Heinrich von Virneburg als Sühne für ihre Fehde gegen ihn überlassen. Es gelangte in späterer Zeit an die Familie von Francken, die es um 1738 mit großzügigem Herrenhaus und weitläufigem Park versah. (Karin Striewe)

Bauentwicklung:

Von der schriftlich überlieferten mittelalterlichen Burg liegen keine Informationen über die Bebauung vor. Allein die noch vorhandenen Reste von Wassergräben lassen auf eine zweiteilige Wasserburg schließen, deren Existenz sich jedoch nur durch archäologische Ausgrabungen nachweisen ließe. Die heutigen Gebäude lassen sich der vermutlichen Vorburg zuordnen, trapezförmige Gräben im Südwesten scheinen auf die ehemalige Hauptburg hinzuweisen. Spätere Anlagen kamen in den Besitz der Familie von Francken, die im 18. Jahrhundert das noch bestehende Herrenhaus mit ausgedehnten barocken Gärten erbaute. Über diesen Baubestand sind Beschreibungen und detaillierte Pläne einer Freifrau von Francken erhalten. Diese zeigen einen dreiflügeligen, nach Westen hin offenen Bau, dessen Garten ausgedehnte Teiche aufweist, die vielleicht auf die früheren Gräben zurückgehen. (Karin Striewe)

Baubeschreibung:

Zuverlässige Informationen zum Baubestand der mittelalterlichen Anlage liegen nach bisherigem Kenntnisstand nicht vor. Das Herrenhaus im Maison de plaisance-Stiel wurde 1738 zusammen mit der großen Parkanlage gebaut. Als Architekt wird Michael Leveilly genannt, kurkölnischer Hofarchitekt und Erbauer von Schloss Falkenlust bei Brühl. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Bau mit Eckquaderungen, hohem Mansarddach und einachsigem Mittelrisalit mit Freitreppe auf der Hofseite. Auf der Gartenseite zeigt es einen dreiseitigen Mittelrisalit. Das Herrenhaus ist heute in eine dreiflügelige Anlage eingebunden, der im Norden weitere Wirtschaftbauten vorgesetzt sind. Diese stören die dort ursprünglich die Anlage auf allen Seiten umgebenden Gräben, die teilweise verfüllt und im Süden und Südosten nicht mehr zu erkennen, aber auf dem Urkatasterplan zum Teil eingezeichnet sind, und möglicherweise die alte Vorburg bezeichnen. Der Anlage südwestlich vorgelagert ist ein trapezförmiger Graben mit leicht überhöhter Innenfläche, die auf einer Karte von 1794/95 als "Parnasse avec la statue d´Apollon" bezeichnet wird. Hier könnte die ehemalige Hauptburg mit Turmhügel bestanden haben. Der fehlende Anschluss an ein Gewässer spricht allerdings gegen eine Motte. (Karin Striewe)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen fanden bislang nicht statt.