EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Máré

Geschichte:

Die genaueren Anfänge der wahrscheinlich von einer Adelsfamilie errichteten kleinen Burg sind nicht bekannt. Sie erscheint wahrscheinlich schon 1313 als Besitz von István Bogár, der sich nach dieser Befestigung (Máréi) nannte. Die weiteren Angaben sind nicht eindeutig. Einserseits erhielt er 1316 die Burg erneut von dem König Karl Robert von Anjou. 1317-1320 wird Bogar als königlicher Burgvogt der Anlage erwähnt. Jedenfalls waren später seine Verwandte - die Mitglieder der Familie Máréi - Besitzer der Burg. In der zweiten Hälfte des 14. Jhs. Besaßen Töttös und Vesszos Becsei einen Teil der Burg als Pfandherren, bis deren Nachkomme, László Töttös spätestens 1439 die ganze Burg erwarb. Durch Erbvertrag erhielten 1468 die Mitglieder der Familie Várdai die Anlage, die sie theoretisch bis zu ihrer osmanischen Eroberung (1543) als Residenz besaßen und auch noch danach (so z.B im Jahre 1574) ihre Besitzrechte behaupteten. Über die Befestigung verfügten aber in der Wirklichkeit nach der Schlacht bei Mohács (1526) der serbische Kriegsführer Pál Bakics bzw. seine Gefolgsleute. Eine osmanische Besatzung ist nur bis 1546 nachzuweisen. Die Befestigung spielte später schon keine militärische Rolle mehr und verfiel. (György Terei und Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Den für uns zur Verfügung stehenden archäologischen Angaben zufolge stammt die heutige Grunddisposition der Burg aus der ersten Bauphase, die um 1300 zu datieren ist. Innerhalb der auf einem unregelmäßigen Fünfeck errichteten hohen Umfassungsmauer - die nur auf der Nordseite mit dem Burgtor durchgebrochen war - stand auf der Ostseite ein kleiner, zweigeschossiger Wohnbau mit je zwei Räumen auf beiden Ebenen. Die Räumlichkeiten verfügten nur über Flachdecken. Einige gotische Steinfragmente weisen auf die ursprüngliche Fassadenbildung hin. Die Interpretation der südlichen bzw. westlichen Mauerpartien, als Reste von Wirtschaftsbauten ist nicht eindeutig. Sie werden in das 14-15. Jh, wie auch auf die Zeit des großen Renaissance-Umbaus der Burg datiert. Einige sollten sogar schon aus der Zeit der osmanischen Eroberung stammen. Um 1520 wurde dann diese typische Mantelmauerburg gründlich umgebaut. Der Wohnbau erhielt Tonnengewölbe im Erdgeschoss, das Obergeschoss wurde mit Renaissance-Fenstern, - Türen und Kaminen versehen. Man führte vor der Westfassade einen neuen Treppenbau auf. Vor der den Angriffen am meisten ausgesetzten Südseite errichtete man eine rondellartige Befestigung. Die während der Ausgrabung freigeleten, vorwiegend aus Holz erbauten Aussenbefestigungen vor der (nördlichen) Eingangsseite sollen aus der Mitte des 16. Jhs. Stammen (György Terrei; Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Die in den 1960er Jahren konservierten bzw. sanierten Ruinen der kleinen Burganlage erheben sich auf einem 354 M hohen Bergipfel, über das sog. Burgtal, tief im Mecsek-Gebirge, etwa 2,5 Km östlich von Magyaregregy. Die Außenmauern der fünfeckigen Anlage sind fast überall bis zur Wehrganghöhe (8-9 M) erhaltengeblieben bzw. ergänzt, im Süden wurde auch die Holzkonstruktion des Wehrganges wiederhergestellt. Die Toranlage im Norden ist aus Beton didaktisch präsentiert, mit einer modernen Treppenkonstruktion davor, die auf den freigelegten Mauerresten ruht. Im Inneren erhielten die Steinmauerreste des östlichen Wohnbaus einen modernen Ausbau aus rotem Ziegel, der nur auf die vermutete ehemalige Masse hinweist und im Obergeschoß Gästezimmer beherbergt. Im Erdgeschoß ist eine Ausstellung eingerichtet. Die weiteren Baureste im Süden und Westen sind nur konserviert, die Zisterne in der NO-Ecke ist auch modern präsentiert. Von den freigelegten Vorwerksbauten im Norden sind nur die gemauerten Teile vor – bzw. entlang der Nordfassade konserviert (G.T.-I.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Zuerst 1960, dann zwischen 1963 und 1967 führte M. G. Sándor als Vorbereitung ihrer geplanten Sanierung, die nach einer Vollständigkeit strebende Ausgrabung der Burgruinen durch. Im Rahmen der Untersuchungen legte man die Mauerreste des Palasterdgweschosses, sowie von Wirtschaftsbauten frei. Bei den letzteren fand man im Westen einen Backofen. Unter den Fundstücken sind vor allem die reichverzierten Steindenkmäler der Renaissance zu erwähnen. Ferner stieß man auf Topf- und Blattkacheln sowie die typische Keramik des südslawischen Militärs der Osmanen. Es wurde auch die Zisterne ergraben, sowie die Reste eines Vorwerkes aus Holz bzw. Steinmauer am Nordhang des Burgberges freigelegt. Eine zusammenfassende Bearbeitung der Ausgrabung liegt nicht vor. Lediglich die Renaissance-Steindenkmäler sind ausführlich publiziert (György Terrei und Istvan Feld)