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Mihályi-kastély

Geschichte:

Das nordwestungarische Dorf taucht in den Urkunden im 12. Jh. auf. Zu seinen wichtigsten spätmittelalterlichen Besitzern gehörte die mitteladlige Familie Ládonyi, die spätestens um 1500 schon einen Herrensitz in der Nähe der Pfarrkirche an der Stelle des heutigen Schlosses besaß. Drei Generation hindurch leisteten die Mitglieder dieser Familie dem führenden Hochadel des Landes Dienste. Demeter Ládonyi, der eine humanistische Erziehung an der Wiender Universtät genoß, ließ das heutige Schloss erbauen, das erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1567 erwähnt wurde. Mit Miklós Ládonyi, dem Sohn von Demeter, starb die Familie 1596 aus. Das Schloss wurde zuerst der Familie Kisfaludy, dann der Familie Niczky vererbt. In den Jahren 1704 und 1709 wurde das Gebäude durch Brand zerstört. Letzter privater Besitzer des Schlosses war seit 1860 die Familie Dory. Nach 1945 wurde das Gebäude verstaatlicht. Es diente zuerst als Schule. 1969-1975 erfolgte seine Wiederherstellung und es wurde bis zur Wende als Weiterbildungsinstitut des Komitates genutzt. Danach diente die Anlage mit Gästezimmern für 50 Personen als Hotel. Ab 2005 begann man mit der Sanierung, die aber heute noch nicht abgeschlossen ist. (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Die Form des spätmittealterlichen bzw. des ersten hochmittelalterlichen Herrenhofes ist noch nicht näher bekannt. Im Zuge der Bauforschung fand man 1970 unter den südöstlichen Teilen des heutigen Schlosses frühere Mauerzüge, die aber nicht genauer interpretiert werden konnten. Die diesbezüglichen Ergebnisse der seit 2006 laufenden neueren Forschungen sind noch nicht veröffentlicht. Das neue Schloss von Demeter Ládonyi wurde auf einem regelmäßigen, quadratischen Grundriss errichtet. Es hatte vier runde Ecktürme und zunächst stand nur an der Ostseite ein bewohnbares, zweigeschoßiges Gebäude, mit etwa sieben Wohnräumen im OG. Nach den Zerstörungen am Anfang des 18. Jhs. Ließ 1712 György Niczky das Schloss wiederaufbauen. Damals entstanden neue Wohnflügel im Süden bzw. Westen. Um 1730 wurde der östliche Bauteil umgestaltet. Es enstanden vornehme äußere Frühbarockfassaden und ein Arkadengang wurde vor den Hoffasaden errichtet. In der 2. Hälfte des 18. Jhs riss man die beiden östlichen Ecktürme ab und an den Fassaden wurde eine schlichte spätbarocke Putzarchitektur angebracht. Die Familie Dory ließ dann 1860 die Fassaden in neugotischen Stil umgestalten. Während der Sanierungsarbeiten von 1972-1975, als im Inneren zugunsten der neuen Nutzung wesentliche Veränderungen vorgenommen wurden, ließ man die meisten Fassaden nach dem früheren Barockzustand wiederherstellen. Nur die östliche Hauptfassade behielt ihre neugotische Fassadengestaltung. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Gegenüber der an der Stelle des mittelalterlichen Baus errichteten Pfarrkirche steht das zweigeschossige Schloss mit einem geschlossenen, quadratischen Hof. Von den vier Hofseiten sind nur die östliche und die südliche völlig bebaut. An den übrigen Seiten stehen nur kürzere Flügel. Die Hauptfassade mit einer neugotischen Putzgliederung ist nach Osten gerichtet. Hier befindet sicht ein Mittelrisalit über der Tordurchfahrt. An beiden Ecken der rückwändigen Fassade steht je ein runder Turm. Hier ist ein Bauinschrift aus dem Jahre 1712 erhaltengeblieben. Die Seiten- bzw. Hoffassaden sind in ihrer barocken Form wiederhergestellt. Die Räume des Erdgeschosses sowie die des Obergeschoss sind von einem die drei Hofseiten entlang laufenden Flur aus zugänglich. Die Haupttreppe befindet sich im Osttrakt, neben der Toreinfahrt. Die Räume des Erdgeschosses sind gewölbt, die im Obergeschoss weisen flache Dekcne auf. Unter den Gemächern im Obergechoss ist besonders ein Raum in SW mit einer Balkendecke aus dem Jahr 1712 bemerkenswert. (Istvan Feld)

Arch-Untersuchung/Funde:

Vor den Wiederherstellungsarbeiten führte hier 1970 der planende Architekt Tibor Koppány eine begrenzte Bauforschung durch. Die Reste der Vorgängerbauten im SO konnte er nicht eindeutig klären. Auch die Dispositon des um 1570 errichteten Renaissance-Baues wurde in allen ihren Details nicht vollkommen aufgedeckt. Dagegen konnte er die barocke Fassadengesaltung von 1712 und ihre spätere Umgestaltungen rekonstruieren sowie mehrere weitere Details aus dem 18. Jh (darunter einen kompletten Balkendecken mit Inschrift) freilegen. Eine direkte Ausgrabung fand damals nicht statt. Es ist daher eine der wichtigsten Aufgaben der auch heute (2007) noch laufenden Forschungsarbeiten. (Istvan Feld)