EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hollóko

Geschichte:

Die Burg wurde in der 2. Hälfte bzw. im letzten Drittel des 13. Jhs. Als eine der vielen Befestigungen eines Zweiges des Herrengeschlechtes Kacsics errichtet. Sie gehörte um 1300 einem Sohn von Péter, genannt Mikos, der sich mit seinen vier Brüdern um 1310 zu den Anhängern des Territorialherren Máté Csák zählte. Die Anlage wird in den Urkunden zuerst 1313 erwähnt. In diesem Jahr wurde die Burg von den königlichen Truppen belagert und eingenommen. König Karl Robert von Anjou ließ diese Befestigung konfiszieren und gab sie 1324 zusammen mit der nahe liegenden Sztrahora seinem Günstlinge Tamás Szécsényi. Dessen Nachkommen blieben dann bis zum Erlöschen der Familie 1460 im Besitz der Burg, die oft als Residenz diente. Danach geriet die Anlage in den Besitz der Aristokratenfamilien Losonczi und Guti Országh. Im Jahre 1480 fiel dann die Burg nur der letztgenannten Familie zu, deren Mitglieder auch hier residieren konnten. Die Osmanen haben sie 1552 eigenommen und hielten die Anlage bis 1593 besetzt. Die Garnison umfasste 50, später jedoch nur 23 Soldaten. Danach diente als eine kleine Grenzbefestigung den christlichen Truppen als Stützpunkt. Es folgte dann zwischen 1663 und 1683 wieder eine türkische Besatzung. Nach den Befreiungskriegen hatte die Burg ihre Funktion verloren und verfiel. Heute befindet sie sich im Staatsbesitz, Die Sanierungsarbeiten der Ruinen wurden zwischen 1966 und 1996 durchgeführt, in einigen ihrer Räumlichkeiten wurden Ausstellungen eingerichtet (Istvan Feld)

Bauentwicklung:

Die Burg des 13. Jhs. Bestand aus der am Rande des 362 m hohen Felsblocks erbauten, zwei Meter breiten mit Mordgang und einfachen Zinnen versehenen, ovalen Ringmauer. Dies schloss ein 30 x 20 m großes Areal ein. Hier stand im Südosten im Verband mit der Ringmauer ein fünfeckiger, anfangs nur dreistöckiger Bergfried. Der Turm war über einen Hocheingang erreichbar und verfügte über kleine Schlitzfenster. Ein zwei- oder dreistöckiges Wohngebäude ist ist in der Nordostecke anzunehmen. Wahrscheinlich gehört in diese Periode die in der Südwestecke ausgebildete Zisterne mit einer, im Mauerwerk des Turmes ausgebildeten Wasserrinne. Das einfache Tor befand sich im Nordwesten. Der weitere Ausbau der Kernburg ist nicht sicher nachvollziehbar. Man rechnet sogar mit dem frühen Einbau des westlichen Kernburgteils. So wäre nur ein kleiner Burghof nördlich des Bergfriedes unbebaut gewesen. Es ist viel wahrschenlicher, dass die Errichtung so des Westflügels, wie auch der weiteren Stockwerke im Norden, während des 14-16. Jhs. In mehreren, voneinander oft nicht eideutig zu trennenden Bauperioden geschah. Die profilierten Kaminelemente im 3. Stock des Nordflügels deuten auf das 15. Jhs. Hin. Ihre spätere Vermauerung und die ausgegrabenen Renaissance-Fensterelemente können schon aus dem frühen 16. Jh. stammen. Etwa zur gleichen Zeit erfolgte offenbar auch die Erhöhung der nördlichen Burgmauer. Die neue Zinnenbekrönung und die großen, äußeren Fensteröffnungen mit Sitznischen könnten in die letztgenannten Bauperiode zu setzen sein. Auch der kleine Burghof sowie der Bereich der Zisterne wurden bebaut und der Bergfried erhielt ein weiteres Obergechoss. Am Ende des Mittelalters erschien die ganze Kernburg als ein großer, kompakter Tumbau. Die Bauzeit der äußeren Burgteile konnte nicht exakt festgestellt werden. Die Zwingerbauten im Norden und Westen zeigen mehrer Bauperioden auf, die kaum vor das 15. Jh. datierbaren. Die untere Burg im Süden wurde auch mehrmals umgebaut und erweitert. Aus der letzten Bauperiode stammt sicherlich der Südzwinger, der das Außentor im Osten mit den inneren, mehrteiligen Toranlagen verband. Vor der Errichtung dieses Zwingers befand sich das ursprüngliche Tor der unteren Burg in ihrer dicken Südmauer. Viele Innen- bzw. Wirtschaftsbauten der Zwinger und der unteren Burg - darunter vielleicht auch die große Zisterne - datieren schon in das 16-17. Jh. (Istvan Feld)

Baubeschreibung:

Das Erscheinungsbild der sich über das Dorf, auf einer Felsenkuppe erstreckenden Burgruine bestimmen ihre fast in voller Höhe erhaltnenen mit Zinnen versehenen Ringmauer im Süden, Osten und Westen. Die ovale Kernburg wird von dem hoch aufragenden fünfeckigen Bergfried überragt. In seinem Inneren handelt es sich bei den heute sichtbaren Mauerteile meistens moderne Ergänzungen und Rekonstuktionen. Die Räumlichkeiten des Erd- bzw. Kellergeschosses wurden aufgrund der archäologischen Befunde völlig – mit Gewölbe und mit Türöffnungen versehen – ausgebaut. Ebenso verfuhr man mit der Zisterne im Südwesten. Die Mauerkronen sind ebenfalls konserviert – seltener rekonstruiert. Gesichert wurden ferner die niedrigeren Mauerzüge der Zwingeranlage und der Unteren Burg. Die Zisterne der Unteren Burg bekam einen modernen Aufbau und ein Teil der Wirtschaftbauten wurde mit einem Schutzdach versehen, um einer burgenhistorischen Ausstellung Platz zu bieten. (Istvan Feld)

Arch-Untersuchung/Funde:

Als Vorbereitung der Sanierungsarbeiten konnte É. Kozák in der Burg zwischen 1966 und 1969 eine ausgedehnte Grabung durchführen, die die Baugeschichte im wesentlichen klären konnte. Die aufgehende Mauerteile wurden aber nicht erforscht. Das reiche, vor allem aus dem Spätmittelalter und aus der frühen Neuzeit stammende Fundmaterial ist auch nur zum Teil veröffentlicht. Die Gebäudeteile wurden meistens bis zum letzten Gehniveau freigelegt. Über Stratigrafie und Umbauten wissen wir relativ wenig. (Istvan Feld)