EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Gyöngyöspata

Geschichte:

Über eine frühe Burganlage besitzen wir keine urkundlichen Angaben, nur der als Anonymus genannte Chronist schrieb um 1200, dass hier im 10. Jh. ein gewisser Fürst Pata eine Befestigung errichten sollte. Die Siedlung selbst diente im 11-13. Jh. als Archidekanatszentrum, was indirekt auf die Existenz einer königlichen Burg hindeuten könnte. Im Jahre 1460 besetzten die Hussiten für 73 Tage den Burgberg, wo sie nach Antonio Bonfini, Hofchronist vom König Matthias Covinus eine Holzburg erbauten, die dann vom Herrscher eingenommen und zerstört wurde. Das Gebiet wurde in den letzten Jahrzehnten als Ackerfeld und Wiese benutzt.

Bauentwicklung:

Trotz der bisherigen Ausgrabungen ist die Baugeschichte der Anlage noch vollkommen unklar. Fest steht, dass hier in der Bronzezeit bzw. in der frühen Eisenzeit eine Höhensiedlung existierte. Inwieweit die höheren westlichen, oder die niedrigeren östlichen Wälle auf diese Zeit zurückzuführen sind, wissen wir noch nicht. Innerhalb der letzteren wurde im 11. Jh. die erste Archidekanatskirche errichtet, die noch im 13. Jh. umgebaut wurde. Ob die einmalige Wallkonstruktion des westlichen Burgteiles, eine lehmgebundene Steinmauer mit oft rotgebrannten, horizontal liegenden Hölzern wirklich aus dem 10-11. Jh. stammt, oder vielleicht den Hussiten zuzuschreiben ist, könnte man nur durch weitere Grabungen entscheiden. Die neuere Forschung vertritt jedenfalls eine kritische Haltung bezüglich eines Burgwalles des 10. Jh.s.

Baubeschreibung:

Der sich über das Dorf erhebende flache Berg mit einem etwa 300x430 m großen
Plateau gliedert sich auf einen westlichen, als Burgberg genannten, fast runden Teil mit einem Durchmesser von 120-140 m, sowie auf einen niedriegeren, Pócteto genannten, östlichen Teil. Besonders die Wälle des westlichen Teiles sind gut erkennbar, auf die einst wahrscheinlich ähnlichen Konstruktionen im Osten weisen nur wenig Spuren hin, sie sind am Plateaurand zu vermuten. Auf dem Berg stehen im Westen die Bauten eines Wasserwerkes, sowie die moderne Markierung des mittelalterlichen Kirchengrundrisses.

Arch-Untersuchung/Funde:

Im NO-Wall des westlichen Burggebietes führte Béla Kovács 1964-65 und 1971 Grabungen durch und legte eine größere Fläche der Stein-Lehm-Holzkonstruktion frei. Die seitdem verschollenen Funde wurden in die Bronze- bzw. frühe Eisenzeit, bzw. in das 10-11. Jh. datiert, Keramik des 15. Jhs. fand man nur außerhalb der Steinmauer. 1973-74 legte dann János Gyozo Szabó auf dem östlichen Teil des Plateaus die Resten der Archidekanatskirche und 26 Gräber des dazu gehörenden Friedhofes frei, dessen Fundmaterial aus dem 11-13. Jh. stammt. Im Jahre 2004 führte dann László Fodor weitere Grabungen im westlichen Wall, wo er die früheren Beobachtungen zum Teil bestätigen konnte. Östlich der erwähnten Kirche legte er dann mittelalterliche Wohnbauten frei.