EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Sirok

Geschichte:

Die Burg entstand wahrscheinlich als ein Bau der aus dem Borh-Bodon-Zweiges des Aba-Geschlechtes stammenden Adelsfamilien. Sie haben 1320 wegen Untreue die Befestigung verloren, das ist ihre erste urkundliche Erwähnung, die Burg blieb dann meist im königlichen Besitz, bis 1389, als György Tari sie erwarb. Ab 1472 ist die Burg im Besitz der Familie Kompolti, ab 1522 der Familie Országh. Nach 1567 verfügte darüber die Familie Török, später kam sie durch Erbe zu den Nyáris. 1596 wurde die Befestigung durch die Osmanen erobert, die sie bis 1687 besaßen. Ein Inventar berichtet uns aus dem Jahr der Zurückeroberung über das damalige Aussehen der Burg. Sie spielte noch eine gewisse militärische Rolle während des Rákóczi-Aufstandes (1703-1711), dann fiel sie in Ruinen. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage zum Teil saniert und wird als Touristenattraktion präsentiert.

Bauentwicklung:

Nach den bisherigen, aber noch begrenzten Ausgrabungen beschränkte sich die erste Burganlage nur auf das östliche, etwa 25x25 m große Teil des höheren Bergplateaus. Hier stand in der Südostecke ein länglicher Palastbau. Der frühe Eingang ist im Westen zu suchen, hierher führte wahrscheinlich schon vom Anfang an eine, in den Felsen gehauene, tunnelartige Treppe. Später, wahrscheinlich im 14. Jh., deutet auf diese Zeit neben Keramikfunden eine Quellenangabe über Bauarbeiten aus dem Jahre 1372 hin, erfolgte der Ausbau der Burg in Richtung Westen. So entstand der birnenförmige Grundriss der heutigen oberen Burg, die sich schon auf das ganze Gebiet des Felsenblocks ausdehnte. Es wurde ein neues Verkehrssystem im Westen ausgebaut, entlang der Südmauer der Burgerweiterung ein (später mehrmals umgebautes) Wohngebäude errichtet. Über die Details der weiteren Bauten, sowie ihre Chronologie besitzen wir noch keine Informationen. Im 19. Jh. war noch über das Tor der unteren Burg die Inschrift zu sehen: "Magnificus Dominus Cristophorus Ország de Gut Co. Neugrad, ac S. Rom. Caes. Mttis. Pincerna" sowie die Jahreszahl 1562. In diese Zeit datiert also die Errichtung der mit drei, meist fünfeckigen italienischen Bastionen versehenen unteren Burg. Die Toranlage wurde in Nordwestbastion ausgebildet, an der Südmauer entlang erbaute man ein großes Stallungsgebäude. Erwähnenswert ist, dass zum Bau der Bastionen auch Steine von einer abgetragenen romanischen Dorfkirche verwendet wurden. Später wurde auch das Areal nördlich der unteren Burg mit hölzernen Bauten bebaut und auch die verschiedenen Felsengänge und Kellerräume im Felsenblock der oberen Burg entstanden wahrscheinlich im 16-17. Jh..

Baubeschreibung:

Die auf einem steilen, zwar nur etwa 300 m hohen Berggipfel errichtete attraktive Burgruine gliedert sich in zwei voneinander markant abtrennbare Teile. Auf dem hohen östlichen Felsenblock steht die heute nur 2-3 m hohe Außenmauer der oberen Burg – höhere Bauteile sind nur im Südosten erhalten geblieben, wo der früheste Wohnbau gesucht wird – sowie wenige Reste der einstigen Innenbauten. Innerhalb des Felsenblock befindet sich ein kompliziertes System von unterirdischen Gängen und Vorratsräumen. Etwa 10 m tiefer, schon am Berghang liegt die unregelmäßige untere Burg, mit den hohen, oft bis zur ursprünglichen Höhe erhaltenen bzw. neu ergänzten Mauern der nördlichen, nordwestlichen bzw. südwestlichen, mit Kanonenschießscharten versehenen Bastionen, bzw. mit den Kurtinen zwischen ihnen. Nach Osten öffnet sich die neu rekonstruierte Toranlage, vor dem Felsentreppenaufgang der oberen Burg sind Reste mittelalterlicher Verteidigungswerke. Im Süden – unter einem modernen Schutzdach – sind die ergänzten Reste der Stallungen.

Arch-Untersuchung/Funde:

Die untere Burg wurde zwischen 1965 und 1972 unter der Leitung von Béla Kovács vollkommen freigelegt. In der oberen Burg führte zuerst 2003, dann 2010-12 András Fülöp und sein Team Ausgrabungen, die sich aber die frühesten Bauteile nur zum Teil ausdehnen konnten. Das bekannte Fundmaterial stammt meistens aus der letzten, osmanischen Periode der Burg und ist noch zum Teil bearbeitet bzw. veröffentlicht.