EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Geschichte:

Die Burg kommt in den Urkunden zuerst 1307 vor, als eine Anlage von Palatin Amade aus dem Aba-Geschlecht. Bald kam sie aber in den Besitz des Königs. Nach 1422 erhielt den Bau der serbische Herrscher Stefan Lazarevity, dann Georg Brankovity. Vor 1464 schenkte König Matthias die Befestigung der Familie Szapolyai. Ab 1541 ist die Burg im Besitz der Serédy-Familie, später erwarben sie durch Erbe und Heirat die Alaghis, Mágócsis, bzw. Zsigmond Rákóczi. Seit 1635 war die Anlage im Esterházy-Besitz, bis sie 1644 durch Belagerung in die Hände der Rakóczi-Familie kam, deren Mitglieder sich hier regelmäßig aufhielten. Aus der Zeit wischen 1602 und 1678 sind durch neun Inventare ihre Bauten bekannt. Während des Thököly-Aufstandes diente die Burg als Munitionsmagazin, bis sie 1685 sie die königlichen Truppen einnahmen und zerstörten. Seit 1999 läuft die Freilegung und Sanierung der Ruinen.

Bauentwicklung:

Aufgrund der bisherigen Ausgrabungen wurde die früheste, wahrscheinlich um 1300 erbaute Burg auf dem nördlichen Felsenblock des Burgplateaus erbaut. Sie bestand aus einem quadratischen Turm und einer ovalen, dem Turm anschließenden Umfassungsmauer. Weitere Details sind nicht bekannt, da die ovale Mauer später, vielleicht im 15. Jh., einem fünfeckigen Bau mit zwei Gebäudeflügeln weichen musste. Es ist noch nicht geklärt, wann diese, als Obere Burg genannte Anlage, nach Süden erweitert wurde, die ersten Bauten des südlichen Gipfels, der sog, Unteren Burg sind noch nicht freigelegt worden. Es ist aber wahrscheinlich, dass die meisten Bauten der Mittleren Burg (Ost/Westflügel) erst im 16.-17. Jh. errichtet wurden. Ihre feinere Chronologie ist noch nicht veröffentlicht, auch die Stelle des Burgtores ist nur aufgrund der Inventare anzunehmen. Im 16. Jh. ließ man den Turm der Oberen Burg völlig umbauen und mit einem runden Batterieturm im Nordosten erweitern. Vor 1602 stand schon im Nordwesten die quadratische "Brunnen-Bastion".

Baubeschreibung:

Der 620 m hohe Burgberg, der vielleicht auch seinen Namen nach seinen Doppelgipfel erhielt, verfügt über eine bedeutende, zum Teil schon sanierte, zum Teil aber noch nicht ergrabene Bausubstanz. Besonders auffallend sind auf dem 120x40 m großen Plateau die hohen Mauern des Nordturmes, sowie die der nordwestlichen „Brunnen-Bastion”, wo auch schon Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt wurden. In geringerer Höhe ist der runde Batterieturm mit Hosenscharten sowie die weiteren Mauerteile der „Oberen Burg” erhalten geblieben. Die meisten Gebäude der zwischen den beiden Gipfeln tiefer liegenden „Mittleren Burg” stehen aber auch bis zur Obergeschoss-Höhe, oft mit (schon konservierten) Fenster- und Türöffnungen sowie Kaminresten. Die Bauteile des südlichen Burgareals liegen noch unter dickem Bauschutt und das betrifft die „Untere Burg”, also den Südgipfel, wo heute nur Mauerstümpfe und Stützpfeiler aufzufinden sind.

Arch-Untersuchung/Funde:

Seit 1999 läuft kontinuierlich die Freilegung der Burg unter der Leitung von Zoltán Simon bzw. Mihály Gibert, bisher wurde etwa ľ des Burgareals erforscht. Aus dem reichen, meist frühneuzeitlichen Fundmaterial ist vor allem die Kachelkeramik des 16-17. Jh.s. zu nennen, sowie die in der Türkei hergestellten Majolika-Wandfliesen, über deren Verwendung aber nichts in den Schriftquellen steht.