EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Sajónémeti

Geschichte:

Das Dorf war seit Mitte des 13. Jh.s. im Besitz der Adelsfamilie Bekény aus dem Bél-Geschlecht. Nach Angaben aus1460 ließ hier 1459 der Hussitenführer Jan Giskra eine, als fortalitium oder castellum genannte Befestigung erbauen, die aber schon im nächstem Jahr von den königlichen Truppen eingenommen wurde. Danach erfolgte ihre Zerstörung, obwohl eine Burganlage hier auch noch 1485 erwähnt wird.

Bauentwicklung:

Die erste, in den Urkunden nicht erwähnte Befestigung, die dem Fundmaterial nach im 13., oder im frühen 14. Jh. errichtet wurde, ist mit der heutigen Kernburg identisch. Sie stand also auf dem höchsten Punkt des Berges, auf dem östlichen, steil abgeschotteten kleinen Felsenkegel. Auf seinem kleinen Plateau mit einem Durchmesser von etwa 20 m diente eine einfache Palisadenwand oder Zaun der Verteidigung. Andere Bauten sind aus dieser Zeit nicht bekannt, aber der Graben und der Erdwall auf seiner Außenseite könnten auch in die erste Bauperiode datiert werden. Diese einfache Adelsbefestigung wurde bald aufgegeben, ihre Reste haben dann die Hussiten Mitte des 15. Jh.s. wiederbenutzt. Auf dem Plateau der Kernburg weisen nur innere Pfahllöcher auf ein Gebäude aus dieser Zeit in einer leichten Konstruktion hin, an den Wall darunter wurde im Westen und im Osten je ein dreieckiges Vorwerk aus Erde mit einer nach innen zu öffnenden Palisadenwand angelehnt. Zur Anpassung der Anlage der neuen wehrtechnischen Herausforderungen diente noch ein weiteres, vom Wall unabhängiges Vorwerk im Norden, sowie die weiter westlich von der Kernburg liegende, mit Graben umwehrte vorgeschobene Befestigung, wo auf der kleineren, runden, aber natürlichen mittleren Felsenerhebung auch eine Palisadenwand nachgewiesen werden konnte.

Baubeschreibung:

Über dem Tal des Sajó-Flusses, beim Dorf Sajónémeti erhebt sich der 250 m hohe, von drei Seiten schwer zugängliche Burgberg. Im Osten liegt die höhere Kernburg mit steilen Hängen und mit einem charakteristischen Ringgraben bzw. Ringwall zu ihren Füßen, ohne Spuren von gemauerten Strukturen. Auch als Erdwerke sind die drei dreieckigen Vorwerke um die Kernburg erhalten, die beiden südlichen sind in den Wall integriert, das Nordwerk steht unabhängig davon. Etwa 60 m westlich der Kernanlage, auf einer herausspringenden Bergzunge, liegt auch frei die mit selbständigem Graben umwehrte, niedrigere und kleinere hügelartig vorgeschobene Befestigung.

Arch-Untersuchung/Funde:

Nach früheren Mikrorelief-Vermessungen und geophysikalischen Untersuchungen führte 2011-2012 Gábor András Szörényi Sondierungsgrabungen so im Kernwerk, wie in den beiden westlichen Vorwerken bzw. vorgeschobenen Befestigungen durch, die nicht nur die Hauptelemente der Strukturen klären konnten, sondern auch wichtiges Fundmaterial so aus dem 13., wie auch dem 15. Jh. ans Tageslicht brachten. Neben Keramikfunden sind besonders die Armbrustpfeile und Kanonenkugel des 15. Jh.s. erwähnenswert.