Geschichte:
Über die Geschichte von Burg Lustadt ist verhältnismäßig wenig bekannt. Es steht zu vermuten, dass die Anlage im 14. Jahrhundert errichtet wurde, obgleich hierzu keine direkten Quellenhinweise vorliegen. Zwar ist bereits im Jahre 1219 ein Cunradus de Lustadt erwähnt, dessen niederadelige Familie (später?) auch über die Burg verfügte, jedoch ist aufgrund des Kapellenbaus und der ersten Nennung der Anlage jeweils im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine spätmittelalterliche Burg am wahrscheinlichsten.
Im Jahre 1397 war die Burg bereits durch die Ritter von Lustadt bewohnt. Zu diesem Zeitpunkt waren sie hier als Lehensnehmer des badischen Markgrafen ansässig und verblieben wohl auch im 15. Jahrhundert in diesen Besitzverhältnissen.
Über das weitere Schicksal der Burg ist bislang nichts bekannt. Freilich lässt sich darüber spekulieren, dass ihre Zerstörung möglicherweise im Zeichen der Konflikte um die Mainzer Stiftsfehde 1462 stand. Als Pfalzgraf Friedrich I. exkommuniziert wurde, führte unter anderem Markgraf Karl Feldzüge gegen den Pfalzgrafen, wobei wiederum denkbar ist, dass Burg Lustadt ein militärisches Ziel darstellte. In jedem Fall konnten seitdem keine baulichen Reste oder urkundlichen Erwähnungen mehr festgestellt werden - sofern die Quellenerwähnungen des 14. Jahrhunderts als zuverlässig angesehen werden und eine Niederungsburg angenommen werden kann, wird sie also vermutlich im 15. Jahrhundert ein gewaltsames Ende gefunden haben. (Stefan Weispfennig)
Bauentwicklung:
Da heute keine baulichen Überreste der Wasserburg in Lustadt existieren, fällt die Beschreibung der baulichen Entwicklung schwer und kann sich nur vage auf Quellenhinweise stützen.
Demnach ist lediglich bekannt, dass die Burg eine als Vorburg bezeichnete Anlage besaß und 1338 eine Kapelle errichtet wurde. Da jedoch der exakte Standort der Burg nicht bestimmt werden kann, ist letztlich nicht zu entscheiden, ob die 1808 abgerissene Kapelle zu mittelalterlicher Zeit innerhalb der Burgmauern stand. Der Wassergraben wurde vermutlich durch den anliegenden Bach im Süden gespeist.
Weitere Angaben zum Verlauf des baulichen Zustandes oder zu den konkreten Umständen ihrer Zerstörung können indes nicht gemacht werden. (Stefan Weispfennig)
Baubeschreibung:
Die konkrete Beschreibung dieser möglichen Wasserburg kann aufgrund der mangelhaften Quellenlage nicht mehr nachvollzogen werden. (Stefan Weispfennig)