EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Aicha

Geschichte:

Zur Besitzergeschichte der Burg, die "alter Burgfelsen", "alte Bürg", "Altenburg" oder "Adlerstein" genannt wird, liegen nur wenige Informationen vor, die zudem neuerdings angezweifelt und deshalb mit Vorbehalt behandelt werden sollten.
Die erste Überlieferung betrifft das Testament Graf Gebhards VII. von Grögling-Hirschberg, der den Besitz seiner Frau Sophie von Oettingen vererbt (möglicherweise ein Lesefehler, der Dollenstein mit Adlerstein verwechselte). Es bleibt aber unbekannt, seit wann die Grögling-Hirschberger diese Burg innehatten, die am Westrand ihres Territoriums der Grenzsicherung gegenüber den Grafen von Lechsgemünd-Graisbach gedient haben mag. Es wird vermutet, dass es sich bei Adlerstein um die Vorgängeranlage zu Wellheim handelte. Wellheim wiederum geriet zum Ende des 12. Jahrhunderts unter den Einfluss der Grögling-Hirschberger (siehe dort), sodass die Entstehung von Adlerstein wohl innerhalb des 12. Jahrhunderts anzusetzen ist (siehe auch Bauentwicklung).
Jedenfalls konnten die Oettinger das Erbe nach dem Aussterben der Grögling-Hirschberger durch den Tod Gebhards 1305 nicht sofort antreten, denn zunächst stellte das Bistum Eichstätt Besitzansprüche. Durch einen Vergleich gelangte Adlerstein 1309 schließlich aber dennoch als Lehen an die Oettinger. 1398 wird von den Groß zu Altenstein (Adlerstein) berichtet, die offenbar zu diesem Zeitpunkt Besitzer der Burg waren (Erwähnung von Stefan Groß zur alten Burg, hier handelt es sich vielleicht um eine Verwechslung mit Altenstein in Oberbürg, Neumarkt/Oberpfalz). Die Oettinger zogen sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auch von weiteren Burgplätzen der Region zurück (siehe u.a. Dollnstein) und übergaben anderen Familien das Territorium. Wann wiederum die Groß Adlerstein wieder verließen, um sich im nahe gelegenen Konstein anzusiedeln, bleibt jedoch unklar. Da Heinrich Groß 1466 bis 1472 Pfleger zu Konstein wurde, ist die Verlagerung des Familiensitzes und damit das Nutzungsende der schwer zugänglichen Burg vielleicht in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zu versetzen. (Tobias Area Rütenik)

Bauentwicklung:

Zur Bauentwicklung von Adlerstein liegen keine Informationen vor. Bereits in der Bronzezeit war die Burgstelle besiedelt, wie archäologische Funde zeigen. Die Entstehung der mittelalterlichen Anlage lässt sich wohl ins 12. Jahrhundert einordnen (siehe Besitzergeschichte und hier mit Vorbehalt). Die Burg wurde demnach als Vorgängeranlage von Wellheim errichtet. Dafür sprechen auch die grob zugerichteten, lagenweise vermauerten Glattquader, die stellenweise noch sichtbar sind. Ähnliches Mauerwerk findet sich auch an anderen Burganlagen der Region, allen voran die Adelburg (siehe Adelburg, Neumarkt/Oberpfalz), die wohl um 1180 entstand sowie in Wildenstein (ebenfalls Neumarkt/Oberpfalz) aus dem 13. Jahrhundert. Wie die Errichtung, so liegt auch der Zeitpunkt der Aufgabe der Burg im Dunkeln. Vielleicht wurde die Anlage in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verlassen, als die Groß von der alten Burg als Pfleger nach Konstein wechselten. (Tobias Area Rütenik)

Baubeschreibung:

Die Burgstelle ist auf einem etwa 20 bis 30 Meter über das Wellheimer Trockental aufragenden, nach Nordwesten in die Ebene vorspringenden Dolomitfelsensporn gelegen. Durch die Topographie ist die Anlage über unregelmäßigem Grundriss an drei Seiten durch die Steilhänge gesichert. An der Südseite des Burghügels erkennt man eine wallartige Erhebung, an deren Außenseite Reste eines in den Fels eingearbeiteten Halsgrabens, heute nahezu vollständig verschüttet, erhalten sind. Gebäudereste, darunter Mauerwerk aus grob zugerichteten Glattquadern, die lagenweise vermauert sind, lassen einen wohnturmartigen Bau von etwa 3 Metern Breite vermuten. Eine Skizze aus den 1950er Jahren zeigt, dass an diesen Wohnturm offenbar zwei im Grundriss runde Flankentürme angeschlossen waren. Diese Bauten werden auch im 19. Jahrhundert beschrieben. Desweiteren finden sich verstürzte Reste der Ringmauer. (Tobias Area Rütenik)