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Konstein im Altmühltal

Geschichte:

Die Burg Konstein wurde wohl zum Schutz der Ostgrenze des Territoriums der Grafen von Lechsgemünd-Graisbach gegenüber den Grögling-Hirschbergern gegründet. Die erste indirekte Erwähnung nennt einen Kuno vom Stein ("Chuno de Lapide") im Jahr 1186, der dem Ort und der Burg wohl auch ihren Namen verlieh. Der gleiche "Chono de Staein" ist auch zwei Jahre später in Urkunden genannt. 1256 wird der Ort schließlich als Chunenstein ("...-stein" = Burg), also als Platz mit Burg erwähnt. Erste namentlich belegte Besitzer sind die Herren von Muhr, vermutlich Lechsgemünd-Graisbachische Ministerialen, später auch als Dienstmannen von Eichstätt bezeugt, die mit Heinrich von Muhr zu Chunenstein 1289 in den Urkunden auftauchen. Es bleibt Spekulation, ob der im 12. Jahrhundert genannte Kuno von Stein bereits dieser Familie zuzuordnen ist. Jedenfalls sitzen die Muhr bis zum zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts auf der Burg Konstein. Durch Heirat einer Tochter des Heinrich von Muhr gelangt Ulricht Willprant von Parkstein und zu Kösching in den Besitz von Konstein über eine Erbschaft und stiftet 1338 eine Burgkapelle, die außerhalb des Berings lag. Nach dem Tod des Ulrich Wilprant ehelicht die Witwe Kuno von Laimingen, der in Abhängigkeit der Wittelsbacher gerät und wenigstens einen Anteil an seiner Inhaberschaft 1351 den Bayerischen Herzögen überschreibt. Im Rahmen von Ausgleichsverhandlungen erhält Burkhard von Seckendorff 1362 Ort und Burg Konstein. Burkhard Seckendorff wird zwanzig Jahre später letztmalig erwähnt. Durch Heirat seiner Tochter mit Eberhard Schenk von Rosenberg kommt Konstein an die Rosenberger, die den Besitz bereits 1385 an die Herzöge Stephan, Friedrich und Johann verkaufen. Die Wittelsbacher verpfänden Konstein 1388 an Hans Hausner. Die Hausners bleiben ganze 69 Jahre, also bis 1457, auf der Burg Konstein. Offenbar hatten aber auch die Nürnberger Burggrafen irgend einen Anteil an der Lehenshoheit des Konsteinschen Besitzes, denn 1408 wird in einem Tauschgeschäft dieser Anteil an Bayern übertragen. Durch Heirat mit der Tochter des Hans Hausner wird Stephan Groß von der alten Bürg (siehe Aicha, Alter Burgfelsen, Adlerstein) Pfleger zu Konstein. 1457 geht Konstein wieder an die Wittelsbacher über und gelangt 1505 im Landshuter Erbfolgekrieg an Pfalz-Neuburg. Durch seine Verdienste in diesem Krieg erhält der Küchenschreiber Willpolt Pöll die Burg Konstein im Jahr 1506. 1540 wird die Burg durch Pfakzgraf Ottheinrich wieder wittelsbachisch und bleibt in Familienbesitz bis 1795. In diesem Jahr kauft der Oettingen-Spielbergsche Rat Johann Edmund von Ruösch die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Burg, die er 1802 an Jakob von Pestalozza weiterveräußert. 1810 kauft Graf August von Reisach zu Kempten die Ruine von den Pestalozzas, gibt aber nur drei Jahre später den Großteil des Besitzes an den Konsteiner Brauer Zinsmeister ab, der in der Ruine einen Bierkeller einrichtet. (Tobias Area-Rütenik)

Bauentwicklung:

Vermutlich bestand bereits zum Ende des 12. Jahrhunderts in Konstein eine Burg, die 1256 erstmals direkt belegt ist. Baunachrichten sind aber erst aus dem 14. Jahrhundert überliefert, denn 1338 ist die Stiftung einer Burgkapelle durch Ulrich Willprant bezeugt. Konstein erfuhr mehrere Zerstörungen vor allem im Laufe des 16. Jahrhunderts. 1505 wird die Burg im Landshuter Erbfolgekrieg besetzt und beschädigt, daraufhin 1515 wiederhergestellt. Doch schon 1525 hinterlässt der Bauernkrieg seine Spuren, die 1540 durch Pfalzgraf Ottheinrich wieder beseitigt werden. Schon 1546/47 erleidet die Burg Konstein im Schmalkaldischen Krieg erneut Beschädigungen und wird schließlich im Schwedischen Krieg (Teil des Dreißigjährigen Krieges) zwischen 1630 und 1635 gänzlich zerstört. Im 19. Jahrhundert diente die Vorburg als Brauereikeller. Die außerhalb liegende Burgkapelle wurde im 16. Jahrhundert im Sinne der Reformation auf spätmittelalterlicher Grundlage umgebaut. Heute erhebt sich hier ein Neubau der 1950er Jahre. (Tobias Area-Rütenik)

Baubeschreibung:

Die Felsenburg liegt auf einem Felskegel, der sich inmitten der Ortschaft erhebt. Die Gesamtanlage war einstmals von einem breiten Graben umgeben, der heute vollständig verfüllt und größtenteils überbaut ist. Dieser Graben lässt sich noch im Urkataster nachvollziehen. Die Ringmauer auf der Innenseite des Grabens umzog die Kernburg auf dem Felsen sowie einen vorburgartigen Bereich im Norden desselben gleichermaßen. Diese Ringmauer ist heute stellenweise noch mehrere Meter hoch erhalten, besteht im Wesentlichen aus Bruchsteinmauerwerk bei Wandstärken von etwa 1,2 Metern (aus Angaben des 19. Jahrhunderts im Fußmaß errechnet). In die Ostseite führte ein einfacher, heute wiederhergestellter Torbogen. In diesem Bereich beträgt die Mauerdicke etwa 1,5 Meter. Die Kernburg lag wohl auf dem Felskegel. Hier sind nur noch wenige Mauerreste erhalten, die derzeit keine Rekonstruktion der Baulichkeiten zulassen. Sie beeindruckte aber wohl mehr durch ihre Höhe als durch ihren bescheidenen Umfang. Vielleicht lässt sich auf der Spitze des Felsens ursprünglich ein wohnturmartiges Gebäude annehmen. Die Burgkapelle lag als eigenständiger Bau außerhalb von Bering und Wall an der Ostseite der Gesamtanlage und diente vermutlich auch als Ortskirche. (Tobias Area-Rütenik)