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Bürgeln

Geschichte:

Am Rande des 1273 zuerst erwähnten Dorfes Bürgeln ("villa Birgelin" [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2, Nr. 104]) stand die Burg nordwestlich des Kirchhügels an der Mündung des Baches Rotes Wasser in die Ohm. Sie mag namensgebend für den Ort gewesen sein (1334 "Byrgele"; 1630 "Bürgeln"), doch stammt die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Burg erst von 1358.
Zur Zeit seiner Erstnennung war Bürgeln, "vermutlich als ehemaliges Reichsgut", Zubehör und, neben Cölbe, der zweite Villikationsmittelpunkt der Grundherrschaft des Kanonikerstifts St. Maria in Wetzlar. 1334 erfolgte der Verkauf des Gerichtes durch das Stift für einen Jahreszins an die Landgrafschaft Hessen, die 1358 unter Landgraf Heinrich II. von Hessen die Herren von Fleckenbühl (Burg Fleckenbühl) mit der Vogtei Bürgeln belehnte. Die Herren von Fleckenbühl gelten in der Literatur als die Gründer der Burg, doch verzeichnet das Historische Ortslexikon Marburg als "historische Namensform" schon für 1351 "von Byrgeln" (ebd.).
1376 trugen die von Fleckenbühl (vgl. Burg Fleckenbühl, Schönstadt, Kr. Marburg-Biedenkopf) ihren "Burgsitz" in Bürgeln dem Landgrafen von Hessen zu Lehen auf. Eine Linie der Adelsfamilie führte den Namen "von Fleckenbühl gen. Bürgeln". Im Laufe der Zeit kam es dann zu mehreren Besitzerwechseln der Burg. 1395 und später gehörte Bürgeln zum Gericht Schönstadt. Die im Kern (spät-) mittelalterliche "Alte Kirche" in Bürgeln war eine von den "Vorfahren der von Fleckenbühl genannt Bürgeln" gestiftete Kapelle.
1718 bestand anstelle der Burg das Gut der Adelsfamilie von Fleckenbühl, zu dem 1746 offenbar auch der benachbarte, ehemals vielleicht Hatzfelder, danach "Scholley’sche Hof" gehörte (ebd.). Beide Güter erwarb 1829 der Landgraf von Hessen-Rumpenhain.
Das Ende der Burg ist unbekannt. Sie wurde offenbar zur Gewinnung von Baumaterial ausgeschlachtet, ihre Gräben sind verfüllt, und an ihrer Stelle entstand später ein Gutshof, der möglicherweise aus den "Vorhöffe[n]" hervorging. Eine Gemarkungskarte Bürgelns von 1726 im Staatsarchiv Marburg zeigt die ruinöse "Burg Birgel und die Vorhöffe", vermutlich den Wirtschaftshof, sowie eine Wassermühle neben dem "Dorff Birgeln". Das Gelände am Fluss neben der Burgruine ist hier als "Burgwies" bezeichnet.
(Michael Losse)

Bauentwicklung:

Die Gründungszeit der mutmaßlich spätmittelalterlichen Ortsadelsburg und ihre weitere Baugeschichte sind bislang unbekannt. Eine Gemarkungskarte des Dorfes Bürgeln von 1726 im Staatsarchiv Marburg zeigt die Burg als Ruine neben den erhaltenen "Vorhöffe[n]", vermutlich dem Wirtschaftshof oder der ehemaligen Vorburg, sowie einer Wassermühle. Wahrscheinlich wurde die Burgruine noch in der Frühen Neuzeit zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen. Die Gräben sind verfüllt und einzelne Baureste offenbar in Gebäuden des Gutshofes verbaut.
(Michael Losse)

Baubeschreibung:

Auf einer Gemarkungskarte von 1726 im Staatsarchiv Marburg ist die „Burg Birgel“ am Ufer der Ohm als zweiteilige Ruine ohne Details dargestellt, davor erstreckt sich die „Burgwies“. Eines der Gebäude, vielleicht das Hauptgebäude oder Herrenhaus, scheint zweigeschossig gewesen zu sein.
(Michael Losse)

Arch-Untersuchung/Funde:

Unbekannt