Geschichte:
Etwa 450 m südwestlich der fränkischen Kesterburg auf dem Christenberg finden sich auf einem bewaldeten Hügel die Reste der hochmittelalterlichen Lüneburg, die nach Keramikfunden von etwa 1000 bis ins 12. Jh. bestanden haben könnte und als mögliche Vorgängeranlage der mainzischen Burg Mellnau im gleichnamigen Ort nahebei benannt wurde. Schriftquellen sind bislang nicht bekannt.
(Michael Losse)
Bauentwicklung:
Lediglich die Gesamtstruktur und die Keramikfunde legen ein Bestehen der Burg im Zeitraum zwischen etwa 1000/Anfang 11. Jh. bis ins 12. Jh. nahe. Die Bauentwicklung und mögliche Umbauten lassen sich beim derzeitigen Untersuchungsstand (Probegrabungen vor 1989) nicht beschreiben.
(Michael Losse)
Baubeschreibung:
Die im Grundriss ovale bis leicht nierenförmige Lüneburg liegt auf einem heute bewaldeten, stark ansteigenden Hügel (334 m) ca. 450 m südwestlich der Kesterburg. Die 0,5 ha große Burg umgibt ein Wall (verstürzte Trockenmauer[?] unbekannter Stärke?) mit vorgelegtem tiefen Graben. Im Inneren lassen sich vier „kesselartige Vertiefungen“ erkennen, darunter im Südosten eine mit (Trocken-)Mauern eines 5 x 8 m messenden Gebäudes (angegraben, Turm?); eine Mulde im nördlichen Bereich des Berings wurde als mutmaßliche Zisterne eingeschätzt. Heute ist die Burg über einen Damm an der Westseite zugänglich.
(Michael Losse)
Arch-Untersuchung/Funde:
Die Auswertung der im Laufe von Probegrabungen gefundenen Artefakte ergab, dass auf dem Burgberg der Lüneburg, "lange Zeit nach der Christenbergbefestigung", eine Burg entstand, die als Vorgängeranlage der Burg Mellnau gilt. Nach Ausweis der Keramikfunde des 12., frühestens jedoch 11. Jh. war die Burg offenbar nur über kurze Zeit genutzt.
(Michael Losse)