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Reitersdorf

Geschichte:

Der abgegangene Ort Reitersdorf in der Gemarkung von Bad Honnef wurde bereits 866 in einer Urkunde der Abtei Prüm erwähnt. Die Geschichte der vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jh. errichteten Niederungsburg Reitersdorf ist aufs engste mit der der Löwenburg und der gleichnamigen Herrschaft verknüpft. Im Jahr 1241 erwarben Graf Heinrich III. von Sayn (+1246/47) und seine Gattin Mechthild von Landsberg einen Hof zu Reitersdorf. Die als saynische Landesburg gegründete Löwenburg ist vermutlich bereits im ersten Viertel des 13. Jh. entstanden. Nach dem Ableben Heinrichs III. 1246/47 ging die Löwenburg in den Besitz seiner Witwe Mechthild von Landsberg über, die 1268 zugunsten der erbberechtigten Neffen ihres verstorbenen Gatten auf die Burg verzichtete. 1269 gelangten Burg und Herrschaft an Dietrich von Heinsberg und im Zuge einer Erbteilung mit seinem Bruder zwischen 1269 und 1271 schließlich an Johann von Heinsberg, Herr zu Löwenburg. Der neue Herr der Löwenburg, Johann von Heinsberg, wurde im Zuge einer Fehde mit Ministerialen des Erzstifts Köln 1270/71 von der Löwenburg vertrieben. In diesem Zusammenhang scheint Johann von Heinsberg die Niederungsburg Reitersdorf errichtet zu haben. 1273 wurde er erneut in seine Rechte zu Löwenburg eingesetzt. Burg Reitersdorf trug Johann von Heinsberg zu Löwenberg 1288 seinem Verwandten, dem Grafen Walram von Jülich, einem Gegner des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg in der Schlacht bei Worringen, zu Lehen auf. Erzbischof Siegfrieds Amtsnachfolger, Wikbold von Holte forderte 1302 von den Grafen von Jülich die Niederlegung der Burg Reitersdorf. Die Burg wurde sehr wahrscheinlich 1317 in einer Fehde von einem Aufgebot des Erzstifts Köln zerstört und nicht wiederaufgebaut. (J. Friedhoff)

Bauentwicklung:

Manfred Rech, der 1981 die Reste der Niederungsburg Reitersdorf ausgegraben hat, geht von einer zweiphasigen Anlage aus. In einer ersten Bauphase entstand vermutlich um 1270 ein bescheidener steinerner Wohnturm von 5,40 x 5,00 m Seitenlänge, der sehr wahrscheinlich von einem Palisadenzaun umgeben war. Als Baumaterial diente Säulenbasalt. In einer zweiten Bauphase, die nach 1288 datiert, wurde der vorhandene Turm teilweise niedergelegt und ein größerer Neubau (Innenmaße 8.80 x 6,50 m) aufgeführt, der zudem von einer Ringmauer mit vier dreiviertelrunden Ecktürmen umgeben wurde. Die etwa 25 x 25 m große Anlage, die dem Kastelltyp folgt ,wurde durch Wassergräben geschützt und verfügte an der Ostseite sehr wahrscheinlich über eine Vorburg. Burg Reitersdorf wurde im Zuge von Kriegshandlungen 1317 zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1981 erfolgte die archäologische Untersuchung des Burggeländes sowie nachfolgend die Sanierung der freigelegten Grundmauern. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Zum ältesten nachweisbaren Baubestand der in zwei Phasen errichteten Niederungsburg gehört der um 1270 entstandene bescheidene Wohnturm von 5.40 x 5.00 m Seitenlänge, der sehr wahrscheinlich von einer Holzpalisade umgeben war. Im Zuge des Ausbaues der Burg nach 1288 wurde der Turm durch einen größeren Nachfolgebau (Innenmaße 8,80 x 6,50 m) ersetzt. Etwa zur gleichen Zeit dürfte die Ringmauer mit vier runden Ecktürmen (Durchmesser 5-5,50 m) entstanden sein. Die Burg war von einem Wassergraben umgeben und verfügte sehr wahrscheinlich über eine Vorburg an der Ostseite. (J.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Der Grundriss der Burg wurde 1981 im Zuge archäologicher Grabungen ermittelt. Keramik (u.a. blaugraue Kugeltopfware von 1200-1250). (Jens Friedhoff)