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Ginsburg

Geschichte:

Ungeachtet der vermeintlich ersten urkundlichen Nennung der Burg Ginsberg als "novum castrum" im Zuge der nassauischen Bruderteilung zwischen den Grafen Otto und Walram von Nassau im Jahre 1255 reichen die Anfänge der Burg sehr wahrscheinlich in die Zeit um 1200 zurück.
Unter den Grafen von Nassau diente die Ginsburg der Grenzsicherung gegen das benachbarte Territorium der Grafen von Wittgenstein und die erzbischöflich kölnischen Besitzungen im Sauerland. Durch Verpfändungen wurde die Anlage im 14. Jh. den Grafen von Nassau zeitweise entfremdet. Mitte April 1568 fanden auf der Ginsburg die Beratungen des Prinzen Wilhelm von Oranien (+1584) mit den Obristen über einen Feldzug gegen die Spanier statt, der den Kampf um die Unabhängigkeit der Niederlande einleiten sollte. Bereits zu Beginn des 17. Jh. militärisch veraltet, geriet die Landesburg in Verfall. Ein letzter Versuch Ende des 17. Jh. der Verwahrlosung der Burg Einhalt zu gebieten, blieb ohne Erfolg. In den 1880er Jahren wurde die in ihrem Baubestand durch Steinraub dezimierte Ruine von der Forstbehörde teilweise niedergelegt. Eine Revitalisierung und die Freilegung der Ruine erfolgte in den 1960er Jahren durch den Verein zur Erhaltung der Ginsburg. Heute wird die als Ausflugsziel gut besuchte Anlage durch den Siegerländer Burgenverein betreut. (J.F.)

Bauentwicklung:

Zu den Anfängen der Burg liegen bislang nur wenige Erkenntnisse vor. Um 1200 entstand sehr wahrscheinlich über dessen Ruine der runde Bergfried und die Ringmauer der Hauptburg, die zu einem nicht bekannten Zeitpunkt durch eine Zwingermauer ergänzt wurde. Für die Jahre 1463, 1469, 1488, 1490 und 1496 berichten die Schriftquellen von baulichen Aktivitäten an der Burg. Während des gesamten 16. und 17. Jh. waren weitere Reparaturen erforderlich. Zu Beginn des 17. Jh. war die Anlage bereits baulich vernachlässigt, so dass sie sich nicht als Hauptwohnsitz für Graf Wilhelm von Nassau-Siegen (+1642) eignete, der schließlich den später als Wilhelmsburg bezeichneten Burgsitz der Wischel von Langenau im benachbarten Flecken Hilchenbach ausbauen ließ. Fürst Wilhelm Moritz von Nassau-Siegen (+1691) versuchte nochmals 1683 dem Verfall der Burg Einhalt zu gebieten. In den 1880er Jahren wurde die Ruine von der Forstverwaltung niedergelegt und teilweise eingeebnet. 1887, 1910 und 1931 erfolgten Grabungen auf dem Burggelände und in den 1960er Jahren begann ein Förderverein mit der Freilegung der Mauerreste. 1968 wurde schließlich über den etwa 3 m hoch erhaltenen Mauern der runde Bergfried frei rekonstruiert und als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Über den Grundmauern eines Vorburggebäudes entstand in den 1980er Jahren ein Gastronomiebetrieb. Bei dem ebenfalls auf dem Vorburggelände befindlichen zweigeschossigen Fachwerkhaus handelt es sich um ein Hammergewerkehaus aus Buschgotthardshütten. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die anähernd ovale Anlage der von einem Ringgraben umgebenen Hauptburg passt sich der Topographie des Geländes an. Der Zugang der Burg erfolgt von der Westseite über eine rekonstruierte Zugbrücke. Unmittelbar vor dem Zugang befindet sich ein über mittelalterlichen Grundmauern errichtetes rechteckiges Gebäude, das heute die Burgschenke beherbergt. An der Nahtstelle zwischen der Ringmauer und der Zwingeranlage liegt das Torhaus, an das sich nach Norden ein turmartiges Gebäude sowie der längsrechteckige Wohnbau anschließen. Die Nordwestecke der Hauptburg nimmt ein dreiviertelrunder Flankenturm ein. Der 1968 frei rekonstruierte Bergfried von 11,20 m Durchmesser weist in seinen unteren Partien bis zu einer Höhe von etwa 3 m hochmittelalterliches Mauerwerk auf, dass aufgrund des ockergelben Außenputzes des Turmes lediglich im Inneren des Turmes erkennbar ist. Im Turm befindet sich ein kleines Museum mit Fundstücken aus dem Burgbereich. (J.F).

Arch-Untersuchung/Funde:

In den Jahren 1887, 1910 und 1931 fanden im Bereich der Hauptburg archäologische Grabungen statt. Teile des Fundgutes (vornehmlich Keramik) werden in einer Vitrine im Bergfried ausgestellt. (J.F. )