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Stallegg

Geschichte:

1196/1216 wird Albero von "Stalek" erstmals urk. erwähnt. Von 1212 stammt die Nennung des Heinrich v. Hertenstein (Hartenstein) und seiner beiden Söhne Albero von "Staleche" und Heinrich von Kaja, was die Stallegger als stammesverwandt und tlw. sogar personengleich mit den Hrn. v. Kaja ausweist. Die Bezeichnung des Otto von Stallegg 1263 als "ministeriales Austrie", weist ihn der führenden Gruppe österreichischer Ministerialen zur Zeit Ottokars II. zu. Stallegger werden während des 13. und 14. Jhs. vielfach in Urkunden genannt, letztmalig 1354 und 1365. 1487 wird der Besitz mit der Hft. Rosenburg vereinigt. 1600 ist die Burg bereits als verfallen bezeichnet. Grundeigentümer ist heute DI Hans Hoyos. (G.R.).

Bauentwicklung:

Die zentrale Kuppe wird von einem bemerkenswert regelmäßigen Bering von ca. 26, 70 x 22, 10 m umgeben. In der NW-Ecke sind mehrgeschoßig aufgehende, knapp 2 m starke Mauerteile des sekundär eingestellten Bergfrieds mit Seitenlängen von ca. 11 m erhalten. An der S-Seite, wo der Bering noch in beträchtlicher Höhe erhalten ist, ist der randständig angebaute, ehem. Palas anzunehmen. Im Hof Reste einer weiteren, weitgehend flächendeckenden Innenbebauung des 13. bzw. 14. Jhs., die letztlich nur noch einen schmalen, W-O gerichteten Hofraum freiließ. Das älteste Burgtor ist nicht mehr schlüssig nachweisbar, wäre jedoch naheliegend im Zusammenhang mit der ehem. Torwegsituation und der nördl. Vorburg oder im Zuge des östl. Berings zu rekonstruieren, wo eine größere Fehlstelle durch 2 Schartenöffnungen flankiert wird. Nahe der NO-Ecke der Hochburg liegt am abfallenden Hang die ehem. isolierte, heute stark verfallene Burgkapelle, ein kleiner, rechteckiger (7,90 x 5,37 m) Apsidensaal. Knapp darunter Reste eines bescheidenen, rechteckigen Wirtschaftsgebäudes, das in einen ehem., in geringen Resten erhaltenen, die gesamte Hochburg mit Ausnahme der Bergseite umfassenden Vorburg- und Zwingerbereich eingebunden war.
Das tlw. über Ausgleichssockel hochgezogene Mauerwerk des Hochburgberings zeigt feldseitig stark lagerhaftes, tlw. hammerrechtes und quaderhaftes Bruchsteinmaterial, während hofseitig ein bereits starker Qualitätsverlust zu beobachten ist. Teile des Palas zeigen bemerkenswerte, vor allem farblich differenzierte "Materialwechsel" hervorgerufen durch zonal unterschiedliches Steinmaterial. Während der Bering der Primärbauphase um 1200 zuzuweisen ist, kann der Bergfried durch das lagerhafte, plattige Bruchsteinmaterial und den spitzbogigen Hocheinstieg erst in die 2. H. d. 13. Jhs. gesetzt werden. Die Kapelle verweist mit partiell eingebundenen "opus-spicatum"-artigen Schichten in die 1. H. d. 13. Jhs. Die Außensicherungen sind wohl zwischen 1300 und 1400 zu datieren, mit der Aufgabe der Burg als Wohnsitz ist ab dem 15. Jh. zu rechnen. (G.R.)

Baubeschreibung:

Der räumlich sehr beengte Burgplatz ist durch einen einfachen, heute sehr verflachten Graben vom felsig ansteigenden Berghang getrennt. Die zentrale Kuppe weist einen regelmäßigen Bering mit bergseitigem Bergfried und talseitigem Palasbau auf. Reste einer Burgkapelle sind der Kernburg im Bereich der Zuwegung vorgelagert. (G.R., T.K.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Geringe Keramikfunde des Hochmittelalters