EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hohenseelbach

Geschichte:

Die Gründung der Burg Mitte des 14. Jhs. durch den Ganerbenverband der Adeligen von Seelbach wird in der regionalgeschichtlichen Literatur kontrovers diskutiert. 1350 gestattete Graf Johann von Sayn den Herren von Seelbach auf dem Berge "Malsch" - gemeint ist das sog. Gebirge Malsch, zu dem auch der Hohenseelbachskopf gehört - eine Burg zu errichten, die ihm zu Lehen aufgetragen und ihm als Offenhaus zur Verfügung stehen sollte. Bei dem Dokument könnte es sich jedoch auch um die nachträgliche "Genehmigung" einer bereits vollzogenen Burggründung handeln, da sich der Ritter Heinrich von Seelbach bereits in einer Urkunde von 1332 nach Hohenseelbach nannte. Die weitläufige, exponiert auf einem Basaltkopf gelegenen Anlage wurde bereits 1352 im Zuge einer Landfriedensaktion unter der Führung des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg (reg. 1307-1354) belagert und eingenommen. Anschließend erfolgte die Zerstörung der Burg, die in der Folgezeit nicht wiederhergestellt wurde. Bis zum Abbruch der Basaltkuppe zwischen 1893 bis 1917 befanden sich auf dem Berggipfel die Reste einer aus Basalt errichteten Ringmauer und zweier Gebäude sowie eines Brunnens. 1890 entstand in der Ruine ein hölzerner Aussichtsturm. Seit 1956 steht der Hohenseelbachskopf unter Naturschutz. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Ganerbenburg konnte bislang noch nicht geklärt werden. Auch die Entstehung der Anlage ist umstritten. Setzt man die Gründung der Burg vor das Jahr 1332, so hatte die Anlage nur etwa zwei Jahrzehnte Bestand, da sie 1352 zerstört und in der Folgezeit nicht wiederaufgebaut wurde. Sollte die Gründung erst um 1350 erfolgt sein, besteht die Möglichkeit, dass die Burg zum Zeitpunkt ihrer Zerstörung 1352 noch nicht vollendet war. Die letzten Ruinen fielen zwischen 1893 und 1917 dem Abbruch der Basaltkuppe zum Opfer. (J.F.)

Baubeschreibung:

Anhand detaillierter Beschreibungen und einer um 1880 angefertigten Grundriss-Skizze umschloss die unregelmäßige, dem Gelände angepasste Ringmauer ein Gelände von 207 m Länge und bis zu 83 m Breite. Mit einem Flächeninhalt von 1,19 Hektar zählte die Burg zu den größten Anlagen des südlichen Siegerlandes. Die Ringmauer bestand aus Basalt und hatte eine Stärke von etwa 1,80 m. An den beiden Enden der Anlage wurden Reste von Gebäuden (Wohntürme?) festgestellt. In der Urkunde von 1350 ist von einem (noch zu errichtenden?) großen Turm die Rede. Die imposante, etwa 20 m in das Basaltgestein eingeteufte Brunnenanlage könnte bereits zur Eisenzeit angelegt worden sein. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des exponierten Basaltfelsens in der Eisenzeit. (J.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Auf dem Burggelände stieß man auf Keramikfunde (Halbzylinderkacheln, um 1350). Das Fundgut ist im Ortsmuseum Daaden, der Heimatstube in Neunkirchen sowie im Depot des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss untergebracht. Problematisch ist die Einordnung einzelner Fundstücke, die in der älteren Literatur in das 13. Jahrhundert datiert werden. (J.F.)