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Hohenecken

Geschichte:

Vermutungen, Hohenecken sei bereits im 12. Jahrhundert errichtet worden, sind haltlos. Erstmals um 1219 (nicht 1212!) nennt sich ein Mitglied der Reichsministerialenfamilie von Lautern/de Lutra nach Hohenecken, was auf den Bau der Burg hindeuten könnte. Die Anlage selbst ist eindeutig erstmals 1277 nachzuweisen, als sie Graf Friedrich IV. von Leiningen dem Reichsministerialen Heinrich III. von Leiningen als Reichslehen übertrug. Dementsprechend ergibt sich, dass Hohenecken zu dieser Zeit (und sicherlich auch zuvor) als Reichsburg anzusprechen ist.
Seit Beginn des 14. Jahrhunderts beherbergte die Anlage eine aus mehreren Parteien bestehende Burggemeinschaft, wobei sich der Anteil der Familie von Hohenecken zusehends verminderte.
Um 1333 versuchte der Trierer Erzbischof Balduin erfolglos, die an die Burg geknüpften, ertragreichen Zollrechte in seine Hand zu bekommen, er erreichte lediglich ein befristetes Öffnungsrecht. 1369 wurde sie dem Mainzer Erzbischof geöffnet, wenige Jahre später auch dem Grafen von Saarbrücken. Im Burgfriedensvertrag von 1411 ist von den vormaligen Besitzern keine Rede mehr, vielmehr einigten sich Pfalzgraf Ludwig und der Mainzer Erzbischof Johann, die offenbar die Burg weitgehend in ihren Besitz gebracht hatten, die Hohenecker aber nicht endgültig aus der Burg zu drängen vermochten, da 1430 noch Jost und Johann von Hoheneck als Anteilseigner genannt werden.
Im Bauernkrieg 1525 ohne Widerstand erobert, wurde das bis in das 17. Jahrhundert noch immer als Reichslehen ausgegebene Hohenecken im Rahmen von Besitzstreitigkeiten zwischen den Freiherren von Hohenecken und den pfälzischen Kurfürsten 1668 fünf Tage lang belagert und schließlich erobert. 1669 an das Herzogtum Lothringen gefallen, wurde die Burg 1688 durch französische Truppen zerstört.
Die 1733 von Franz III. von Lothringen an Kurpfalz vertauschte Ruine befindet sich heute im Eigentum der Stadt Kaiserslautern. (Alexander Thon, Ergänzungen Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Insbesondere die Oberburg dürfte der Ursprungsanlage des 13. Jahrhunderts angehört haben. Zu ihr zählen der nur als karge Ruine erhaltene, ehemals fünfeckige Bergfried, der Palas als Hauptwohngebäude mit romanischem Fenster und vor allem die dominierende Schildmauer mit dem gegen die Bergseite vorgelagerten Halsgraben. Der zweite, südliche Wohnbau der Oberburg ist wenig jünger und geht auf das späte 13., vielleicht 14. Jahrhundert zurück, wurde jedoch im 16. Jahrhundert verändert, worauf auch der Rest eines angegliederten Treppenturms hinweist.
Der weiträumige untere Burgbereich entstand im Wesentlichen im 15./16. Jahrhundert, wobei Maßnahmen des 16. Jahrhunderts für eine beträchtliche Erweiterung nach Nordosten sorgten. Dabei wurden u.a. ein neuer, vorgeschobener Halsgraben und ein neues Tor mit Zugbrücke (Schlussstein 1560) errichtet. (Alexander Thon)

Baubeschreibung:

Hohenecken gliedert sich in eine auf dem eigentlichen Burgfelsen errichtete Oberburg mit fünfeckigem Bergfried hinter massiver Schildmauer und Halsgraben, welche die dahinter gelegenen Wohnbauten inkl. Palas schützte. Der die Oberburg vollständig umgebende weitläufige untere Burgteil dürfte zahlreiche Gebäude besessen haben, von denen aber nur noch wenig zu erkennen ist. Die Wasserversorgung erfolgte durch einen Brunnen. (Alexander Thon)

Arch-Untersuchung/Funde:

Räumungsarbeiten 1875 und 1905