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Altenböckel

Geschichte:

Die Ursprünge der nur noch in geringen Resten erhaltenen Wasserburg Altenbö(c)kel oder Hackenböckel liegen vermutlich im 14. Jh. Sie ist dem Namen nach älter als die unmittelbar südwestlich benachbarte größere Anlage Böckel oder Vossböckel (siehe Böckel), die aus Altenböckel hervorgegangen sein dürfte. Ebenso sprechen die geringere Größe und der etwa halbrunde Grundriss für das höhere Alter der Anlage, die offensichtlich nur aus einer Insel bestand. Ältester nachweislicher Besitzer Altenböckels ist die Familie von Ha(c)ke, seit 1470 als Mitglied der Ravensberger Ritterschaft nachweisbar. Nach ihr heißt die Burg auch Hakenböckel. Die beiden Wasserburgen gehörten zu verschiedenen Kirchspielen. Altenböckel war nach Rödinghausen, Vossböckel nach Bünde eingepfarrt. Sicher besaßen die von Hake Altenböckel, als sie den Niedermeyershof in der Bauerschaft Schwenningdorf vom Kloster Iburg zu Lehen trugen. Um 1350 gehörte der noch ungeteilte Meyerhof der Familie von dem Bussche, außerdem kommt das Wappen der von dem Bussche im 1509 datierten Gewölbe der Rödinghauser Pfarrkirche vor, weshalb die Familie als Vorbesitzer Altenböckels in Frage kommt.
Besserer vermutet Altenböckel um 1400 in Besitz des Drosten und Teilpfandbesitzers von Limberg, Alhards (IV.) von dem Bussche-Gesmold (gest. 1426), später Drost des Amtes Ravensberg. Nach seinem Tode kam das Gut vielleicht durch Erbteilung über Leneke, eine Tochter Ludekes von dem Bussche-Gesmold, an deren Ehemann Ludeke Hake. 1612 und 1617 begegnet Johann von Hacke (gest. 1658) als Lehnsinhaber des Niedermeyershofes und des halben Holzgerichts der Kilver Mark (siehe Kilver). Erbe Altenböckels und des Niedermeyershofes war sein Schwiegersohn Wilhelm Kobolt von Tambach zu Fürstenau, Schnakenburg und Haselünne. Er verkaufte das Gut 1660 und den Niedermeyershof 1661 an Heinrich von Voss zu Böckel, womit beide Burgen wieder in eine Hand kamen. Um 1640/50 war Altenböckel an einen Heuerling Biebolt verpachtet, nach ihm pachtete das eine Haus Rentmeister Brackwiede, das andere der Schneider von Vossböckel, Lucas (von der) Horst. Ihnen folgte als Pächter Obristleutnant Hetlage. Nach dessen Tod begegnet auf Altenböckel Johann Voss, ein unehelicher Sohn des Balduin von Voss zu Böckel. Er hatte die Tochter Brackwiedes geheiratet und war 1659 Verwalter Kobolds von Tambach. Nach dem Besitzwechsel 1660 wurden die Bauten auf Altenböckel abgebrochen. 1753 erwähnt der Mindener Pfarrer Anton Gottfried Schlichthaber (1699-1758) Platz und Hausgraben noch, auch im Urmesstischblatt 1837 ist die Anlage in Form einer halbrunden Burginsel noch eingezeichnet. Das Gelände der Burginsel gehört seit 1660 den jeweiligen Besitzern des Hauses Vossböckel (siehe Vossböckel). (Andreas Kamm)

Bauentwicklung:

Zur Baugeschichte des Hauses Altenböckel liegen nur wenige Mitteilungen vor. Um 1650 standen zwei Häuser auf Altenböckel, ein rechtes oberes und ein unteres Haus. Die Baulichkeiten waren verpachtet. Im rechten oberen Haus wohnte in dieser Zeit Rentmeister Brackwiede. Lucas (von der) Horst, Schneider auf dem benachbarten Gut Vossböckel, bewohnte das untere Haus "vor der Pforte und brauete in demselben". Nach dem Verkauf an Vossböckel 1660 wurden die Häuser abgebrochen, auf dem Burgplatz entstand ein "Bleichhoff". (Andreas Kamm)

Baubeschreibung:

Auf dem Burgplatz befindet sich heute ein kleines Wäldchen, das scheinbar den Umriss der Burginsel aufnimmt, wie ein Vergleich mit dem Urmesstischblatt von 1837 ergibt. Die Stelle ist schwer zugänglich, der aktuelle Zustand der einstigen Gräfte unklar. Ausgehend von der Planlegung 1837 scheint die Gräfte wenigstens noch auf der Südseite erhalten zu sein, wo sie als Mühlenteich des benachbarten Gutes Vossböckel aufgestaut ist. Mutmaßliche Grabenspuren sind auch an der Nordwestecke des Geländes auszumachen. Die Burginsel grenzt im Südwesten an die Rilkestraße. Bereits 1837 war an dieser Stelle ein Weg vorhanden, dessen Verlauf die Straße offensichtlich folgt. (Andreas Kamm)