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Quernheim

Geschichte:

Die Familie von Quernheim zählt zu den reichsten und mächtigsten Herforder Ministerialenfamilien. Das Rittergeschlecht wird erstmals 1217 urkundlich erwähnt. Florencius von Quernheim war in diesem Jahre Vogt des Stifts auf dem Berge. Ein Namensträger erscheint 1224 als Herforder "fidelis" und "villicus". Explizit werden die von Quernheim erst 1290 als Herforder Ministerialen genannt.
Der abgegangene Stammsitz der von Quernheim ("Quernhem") ist vermutlich im Obermeyerhof in Großen-Quernheim zu suchen. Die von Quernheim erhielten die "curia" entweder schon früh als Herforder Lehen oder sie war noch im 14. Jh. Allodialbesitz, was eher anzunehmen ist. Sollte der Hof von Anfang an Herforder Lehnsgut gewesen sein, dürfte er der Familie bei ihrem Eintritt in die Herforder Dienstmannschaft verliehen worden sein, da er anderenfalls laufend in den Heberegistern der Abtei erscheinen müsste. Sofern er Allodialgut war, dürfte ihn die von Quernheim erst im 14. Jh. aufgelassen haben, was am wahrscheinlichsten ist, da die "curia" bis 1333 im Verzeichnis der lehnrührigen und hörigen Höfe der Herforder Abtei fehlt. Die Familie von Quernheim stand von Anfang an in Diensten der Abtei bzw. in solchen des Stifts auf dem Berge. Ein Familienzweig war in ravensbergische Dienste getreten, über seinen Güterbestand liegen keine Nachrichten vor. Wescelin von Quernheim begegnet zwischen 1218 und 1226 als ravensbergischer Lehnsmann, trug als solcher bis dato den Zehnten von Isinchof (Kspl. Beckum) zu Lehen.
Der spätere Lehnsbesitz der Ritter von Quernheim und ihre Stellung innerhalb der Herforder Dienst- und Lehnsmannschaft macht es unwahrscheinlich, dass sie aus hörigem oder Meierstand aufgestiegen sind.
Die Familie gilt als Stifter des Klostergrundes für das um die Mitte des 12. Jhs. gegründete Augustinerinnenkloster Quernheim. Das Ausstattungsgut bestand in einigen Einzelhufen in der Klosterbauerschaft nördlich von (Großen-)Quernheim, wobei dem Kloster die gesamte Klosterbauerschaft hörig gewesen zu sein scheint. Der Meierhof im benachbarten Großen-Quernheim gehörte nicht zum Klosterbesitz.
Die Vereinigung mehrerer Kurien - Eigengut oder Lehen - in der Hand des Rittergeschlechts unterstreicht seine Bedeutung und hebt sie weit über den Durchschnitt, lässt gar an eine edelfreie Herkunft der Familie denken. Mitglieder der Familie waren im 14./15. Jh. mit verschiedenen Burgen und Besitzungen im Raum Herford belehnt (siehe Beck, Böckel, Libbere, Oberbehme, Odenhausen und Ulenburg). (Andreas Kamm)

Bauentwicklung:

Zur Baugeschichte des hochmittelalterlichen, anscheinend nach 1333 aufgelassenen Stammsitzes der ritteradeligen Familie von Quernheim liegen keine Mitteilungen vor. (Andreas Kamm)

Baubeschreibung:

Zum Grundriss und zur Baugestalt des abgegangenen Stammsitzes der Ritterfamilie von Quernheim sind keine zuverlässigen Angaben möglich. (Andreas Kamm)