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Eisbergen

Geschichte:

Stammsitz des im 12. Jh. erstmals belegten Rittergeschlechts von Eisbergen. Arnd von Zerssen oder Zersen (Zersne, Cersne), ein Sohn Arends von Zerssen, erhielt 1401 Lehnspertinenzen des Gutes Eisbergen und kommt damit als ältester nachweislicher Besitzer aus dieser Familie in Frage. Der Bischof von Minden belehnte 1432 Arnds Sohn Floreke von Zersen, 1396-1455 erwähnt, mit Eisbergen. 1438 war er zu Eisbergen erbgesessen. 1581 zählten die von Zerssen wegen Eisbegen zur Ritterschaft des Bistums Minden. 1649 starb Heinrich Julius von Zersen ohne Nachkommen, Grablege war damals die Kirche zu Eisbergen. Über seine Witwe Anna Klara - von der Horst zufolge ebenfalls eine geborene von Zerssen und neuverheiratete von Wendt - kam Eisbergen an die Tochter aus dieser Verbindung. Sie heiratete um 1693 einen Baron von Kalkum genannt Leuchtmar.
Vor 1694 kam es zu einem Prozess um Eisbergen zwischen den unmündigen Geschwistern Christian, Martin, August, Johann Albrecht und Philipp von Zersen einerseits und den von Leuchtmarschen Erben andererseits, der sich bis 1717 verfolgen lässt und den späteren Besitznachrichten zufolge zugunsten der Leuchtmar'schen Erben ausging.
Besagte Tochter Anna Klaras, Sophie Maria Elisabeth von Calcum, brachte Eisbergen durch Heirat an ihren Ehemann Jobst von Arnstedt. Nach seinem Tod war sie 1712 und 1716 Herrin von Eisbergen. Ihr ältester Sohn Karl Friedrich von Arnstedt war 1744 Erbherr zu Eisbergen und verkaufte die Anlage 1747 an den früheren preußischen Geheimen Regierungsrat und Vizepräsident Paulus Andreas von Schellersheim. Sohn Friedemann Christian Henrich Ludwig erbte Eisbergen. Nach einem Prozess um die Gutsnachfolge folgten seine beiden 1794 und 1801 in Italien geborenen Söhne als Erben. 1894 war das Gut Schellerheimsches Majorat, Paulus von Schellersheim (geb. 1855) seit 1874 Fideikommissherr. Die Familie von Schellersheim besitzt es noch gegenwärtig und nutzt es als Wohnsitz und Reitsportanlage. (Andreas Kamm)

Bauentwicklung:

Die Gutsanlage geht in ihrer derzeitigen Gestalt auf das 18. Jh. zurück. Ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie die Orangerie stammen aus der Zeit nach der Übernahme durch die von Schellersheim 1747. Das gegenwärtige Herrenhaus, 1912 als repräsentativer Sandsteinbau errichtet, ersetzte einen abgebrannten, vermutlich auch aus dem 18. Jh. stammenden Vorgängerbau. Zwei vor dem Herrenhaus platzierte barocke Skulpturen und eine Vase mit Sockel sind auf das Jahr 1783 datiert. (Andreas Kamm)

Baubeschreibung:

Zum Grundriss und zur Baugestalt des hochmittelalterlichen Stammsitzes der ritteradeligen Familie von Eisbergen liegen keine Mitteilungen vor. Möglicherweise gingen die mittelalterlichen Befestigungen bereits mit dem Bau der bestehenden barocken Anlage unter. (Andreas Kamm)