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Neuhof bei Heimsen

Geschichte:

Ludorff führt als älteste Besitzer von Neuhof das im 13. Jh. erstmals belegte Adelsgeschlecht von Heimsen (Hemehusen) an. Demnach würde es sich um den hoch- oder spätmittelalterlichen Stammsitz dieser Familie handeln. Ende des 15. Jhs. waren die von Visbek Besitzer. 1516 gehörte die Anlage Jobst von Visbek und kam später an die von Gropeling und gegen 1570 an die Grafen von Hoya. 1578 belehnte Graf Otto von Hoya Statius von Münchhausen mit Neuhof. 1599 erwarb Sophie (von) Klencke, damals (Lehns-)Besitzerin der Schlüsselburg, das Gut. Um 1662 gehörte das Anwesen dem kurbrandenburgischen Land- und Lehnrat, Domkapitelsyndikus Casper Itel von Schorlemer. Sein Sohn Bernd Itel verkaufte Neuhof um 1697 an die Familie Voigt, denen die Anlage noch 1902 gehörte. 2011 war in Haus Neuhof eine vollstationäre Wohneinrichtung der Eingliederungshilfe untergebracht. (Andreas Kamm)

Bauentwicklung:

Anstelle von Fachwerkbbauten des späten 16. Jhs. (bei Dehio als "ursprünglich" bezeichnet) entstand ab 1701 die bestehende Anlage als Landgut der Familie Voigt. Als vermutlicher Architekt gilt Brand Westermann, Auftraggeber war der lüneburgische Amtmann Johann Georg Voigt. Nach dem Tod des Bauherrn 1706 zeitweise ungenutzt, fand 1748 eine Instandsetzung statt. Erst 1780/81 war der Ausbau vollendet. Seit 1945 verfiel die Anlage. 1976-88 wurde das Herrenhaus grundsaniert und im Innern umgestaltet. (Andreas Kamm)

Baubeschreibung:

Zum Grundriss und zur Baugestalt der hoch- oder spätmittelalterlichen Niederungsburg Neuhof sind keine zuverlässigen Angaben möglich. Die bestehende Anlage zeigt sich als eine um einen Hof gruppierte barocke Anlage aus Herrenhaus, flankierenden Wirtschaftsgebäuden und ehemaligen Gärten und ist weitläufig von einer Mauer umschlossen.
Das Herrenhaus, ein Putzbau mit sieben Fensterachsen auf hohem Sandsteinsockel und Werksteingliederung hat ein Mansarddach, hofseitig ist eine Freitreppe vorgelagert. Das übergiebelte Pilasterportal zeigt das Wappen und die Devise des Bauherrn. Gartenseitig Sandsteinportal mit Dreiecksgiebel und Inschrift zur Renovierung (1748).
Die früheren Wirtschaftsgebäude sind eingeschossige Putzbauten, teilweise mit Werksteingliederung. Nördlich lag die zur Weser hin in drei Terrassen abfallende Gartenanlage. Von ihr hat sich nur das Bodenrelief erhalten. Am Nordrand der ersten Terrasse steht in der Mittelachse ein sechseckiger verputzter Pavillon mit Werksteingliederung und Zeltdach von 1704. Flusseitig liegt eine zweiarmige Freitreppe.
(Andreas Kamm)