EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Gernandesburg

Geschichte:

Die Gernandesburg und die umliegenden Ortschaften gehörten spätestens seit dem 12. Jahrhundert zum Allod der Grafen von Roden, die es 1248 an Herzog Otto das Kind von Braunschweig-Lüneburg verkauften. 1274 schenkte Herzog Johann von Braunschweig-Lüneburg das Gut Gernandesburg an das Hospital St. Spiritus zu Hannover, zu dem dann stets auch der Burgwall gehörte. Im Raum Herrenhausen/Hainholz tritt die 1189 genannte Burg Limmer die Nachfolge der Gernandesburg an.
Der der Gernandesburg zugehörige Meierhof ist 1864 als Rittergut unter dem Namen "Burg" eingetragen worden.
Nach der Meinung des Historikers Helmut Plath ist die Gernandesburg identisch mit der in einer Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim 1007 erwähnten Kananburg. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Mangels archäologischer Untersuchungen können keine Angaben zur Baugeschichte gemacht werden. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Gernandesburg befand sich auf einem kleinen Geländerücken und ist heute oberflächlich nicht mehr sichtbar.
Schon vor 1870 ist fast die Hälfte der Umwallung verschwunden gewesen. Während der Anlage einer Bahnstrecke 1872/73 und bei Meliorationsarbeiten 1878 sind die restlichen Wälle einplaniert und der Südteil des Burggeländes im Untergrund gänzlich zerstört worden. Nach früheren Quellen handelte es sich bei der Burg um ein an den Ecken abgerundetes Rechteck. Die Basisbreite des Walles betrug 17,50 m. Die durchschnittliche Höhe wird mit ca. 3 m angegeben, wobei der Wall im Osten etwas höher gewesen sein soll. Gräben waren um 1870 nicht mehr erkennbar. Der Innenraum hatte eine Ausdehnung von etwa 135 x 70-75 m. Der Wall soll ganz aus Erde ohne Mauereinbauten bestanden haben. Eingänge gab es jeweils an den Schmalseiten im Westen und Osten, auf einer um 1740 erstellten Karte ist ein damals noch partiell vorhandener Graben im Westen durch eine Erdbrücke unterbrochen. Für 1775 wird ein weiterer Durchbruch im Nordosten des Walles angegeben. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

An Funden aus dem 19. Jh. sind ein Eisenbeil, ein undefinierbarer Eisengegenstand sowie eiserne und tönerne Kugeln bekannt. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)