EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Lüningsburg

Geschichte:

Aus dem Zeitraum, in dem die Lüningsburg genutzt wurde, existieren keine historischen Nachrichten. Im Namen der Burg ist unschwer der des Loingaues wiederzuerkennen. 1315 erscheint sie als Logingheborch in den Quellen.
Offensichtlich existierte ein zur Burg gehöriger Wirtschaftshof nach ihrer Aufgabe weiter und wurde erst im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts aufgegeben. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die Lüningsburg weist zwei Phasen auf, wobei die erste Phase noch einmal unterteilt werden kann. In ihr ist die ursprüngliche Wallbreite von 4 auf 8 m verdoppelt und vermutlich auch ein ursprünglicher Tordurchgang wieder zugeschüttet worden. In der zweiten Phase wurde der Wall nochmals um 5 m verbreitert, der innere Graben zu diesem Zweck zugeschüttet und ein neues Tor im Süden angelegt. Nach der Keramik kann die erste Pase in das 9. und die zweite Phase in das 10. bzw. Anfang des 11. Jhs. datiert werden. Eine 14C-Probe von Holzkohle aus der Torgasse erbrachte mit 570-660 n. Chr. eine unwahrscheinlich frühe Datierung, da wahrscheinlich Kernholz analysiert wurde. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Lüningsburg liegt auf einem weit nach Osten reichenden Terrassenvorsprung über dem Westrand der Leineaue.
Trotz der lang andauernden starken landwirtschaftlichen Nutzung ist im Gelände eine ringförmige Erhebung von fast 2 m Höhe gut erkennbar. Der Durchmesser von Krone zu Krone liegt im Schnitt bei 135 m. Die Umwallung setzt heute am nördlichen Steilrand zur Leineaue aus, da hier durch Erosion Stücke der Befestigung verloren gegangen sind. Im Vorgelände sind keine Spuren von Vorwällen oder ähnlichem vorhanden. Im Innenraum des Ringwalles sind hinter dem Wall als umlaufende flache Mulde Spuren der Materialentnahme für den Wall erhalten.
Zur ersten Bauphase gehören ein (im Osten) bis drei (im Westen) vorgelagerte Sohlgräben. Zwei Gräben wurden 1975 untersucht, der äußere war 6 m breit und 1,8 m tief, der innere 4 m breit und 1 m tief. Der Wall bestand aus einer an der Basis zunächst 4 m breiten und in einem zweiten Schritt auf 8 m vergrößerten Holz-Erde-Konstruktion. In der zweiten Phase wurde der innere Graben verfüllt und die Wallfront 5 m nach außen verlegt. Ein ursprünglicher Tordurchgang im Nordwesten wurde bei der Wallverbreiterung in der ersten Phase wieder zugeschüttet. Ein Tor der zweiten Phase im Süden bestand aus einer füllhornartigen Torgasse mit hölzerner Torkammer.
Bei den Flächengrabungen wurden nur spärliche Bebauungsreste gefunden, u. a. ein ca. 14 x 9 m großer Hausgrundriss. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Grabungen 1934, 1975 und 1981/82. Wenige Funde, darunter eine Pferdchenfibel (9./10.Jh.) und ein karolingerzeitlicher Schwertgriff. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)