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Wallburg auf dem Marienberg

Geschichte:

Aufgrund der Größe, des Anlagetyps und der beherrschenden Lage sowie der Funde auf einer vorgeschobenen Kuppe dürfte eine erste Anlage in der Eisenzeit zu vermuten sein. Die gute Erhaltung der Wälle und ihre Steilheit lässt auf eine weitere frühmittelalterliche Nutzung schließen. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand sind keine Aussagen über die Bauentwicklung möglich. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Wallanlagen auf dem Marienberg stehen heute im Hintergrund gegenüber dem von 1857 bis 1866 errichteten, neogotischen Schloss Marienburg der ehemaligen Könige von Hannover. Am südöstlichen Leineufer direkt unterhalb der Burg ist der Flurname ”Hühnenburg” überliefert. Während an der schroff abfallenden Südseite Befestigungsreste fehlen, sind die übrigen Seiten durch Wall und – wo erforderlich – durch Graben geschützt. Der Wall setzt im Südosten an der Steilkante an und verläuft 250 m nach Nordnordwesten, wobei er auf einer natürlichen Geländekante sitzt. Etwa in der Mitte des östlichen Walles befindet sich eine Lücke, durch die eine hinter dem Wall liegende Quelle ihr Wasser abgibt. Etwa 25 m nördlich der Lücke ist ein seichter Graben vor dem Wall erhalten. Im Norden stößt der Wall auf den ca. 100 m breiten Sattel zur höher gelegenen Bergkuppe im Nordwesten. Von dort zieht er ca. 360 m nach Südwesten, um dann wieder gegen Südosten dem Hang folgend nach 125 m den Steilhang zu erreichen. 150 m nördlich des südwestlichen Wallendes liegt der alte Tordurchlass in Form eines Tores mit überlappenden Enden. Der an der Ostflanke beginnend mit einer Lücke im Nordosten über den Sattel verlaufende Sohlgraben setzt sich ca. 180 m westsüdwestlich des modernen Straßendurchbruches als Terrasse fort, die am Tordurchlass endet. Im Südwesten und Südosten sind rezente Störungen zu verzeichnen. Durch die Ausnutzung der steilen Hänge erreicht der Wall stellenweise eine Höhe von mehr als 6 m über dem äußeren Graben und eine Basisbreite von 10 bis 15 m. Im Norden beträgt die Wallhöhe um die 3,5 m. Baumwürfe der letzten Jahre zeigen, dass der Wall in der Masse aus Erdreich besteht. Auffällig ist die in weiten Bereichen über 3 m breite Wallkrone, die überall gut begehbar ist. Besonders deutlich ist der Außengraben am Sattel ausgeprägt. Hier erreicht er eine Breite von 3 bis 4 m und eine Tiefe von 1 bis 2 m. Vor allem an den Flanken kann man im Gelände noch deutlich die breite Materialentnahme für den Wall nachvollziehen. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Beim Durchbruch des Weges zum Bau der Marienburg im 19. Jh. wurden bronzezeitliche Funde in der Wallschüttung gemacht. Eine Metallsondenprospektion blieb ohne Ergebnis. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)