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Alt-Barenaue

Geschichte:

Der Ursprung der Burg Alt-Barenaue liegt im Dunkeln, vermutlich wurde sie im 13. Jh. als allodialer, d.h. nicht lehnsgebundener Sitz errichtet. Das Geschlecht von Bar erscheint erstmals 1204 unter den Osnabrücker Ministerialen. Die Existenz der Burg lässt sich für das Jahr 1305 aus einem Bündnisvertrag zwischen dem Osnabrücker Bischof und dem Diepholzer Grafen erschließen. 1341 wird die Anlage "castro dicto tor bernowe" genannt, auch muss zu dieser Zeit eine Burgkapelle bestanden haben. Die Eigentümer sind bis heute die Herren von Bar. Im 15. Jh. bewohnten aber mehrere Linien der Familie die Burg, wobei sie sich nicht nur das Grundstück, sondern auch die Wohnräume teilten. 1482 saß auf der Burg wieder nur eine Linie, da für die anderen Familienteile die Niedere Burg und die Rotenburg errichtet worden sind. 1862 zogen die Herren von Bar in das neu erbaute Schloss Neu-Barenaue um. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Ein Schlaglicht auf die frühe Baugeschichte der Burg wirft lediglich ein in der Familie von Bar aufbewahrter Deckelaufsatz aus dem 16. Jh. mit der plastischen Darstellung einer runden Wasserburg mit Plankenbefestigung, mittig gelegenem Bergfried mit anschließendem Wohntrakt und Wirtschaftsgebäuden am Rand. 1651 wurde die Burg durch eine Brandkatastrophe mit Ausnahme des Bergfrieds zerstört. Dieser fiel aber 1661 dem seit 1658 laufenden Wiederaufbau unter Heinrich Sigismund von Bar zur vierflügeligen Schlossanlage zum Opfer. Spätere Umbauten an diesem Schloss umfassen u. a. das Hinzufügen von Ecktürmen im Norden und Süden. Ab dem 18. Jh. verfiel das Schloss. Unter Herbord Sigismund Ludwig von Bar (1763-1844) erfolgte eine massive Reduzierung des Baubestandes. Der Südostflügel, die Kapelle und einzelne Teile des Herrenhauses wurden abgerissen. Auf den Fundamenten des Herrenhauses wurde ein zweigeschossiger Neubau im klassizistischen Stil errichtet. Das Schloss diente nur noch als Nebensitz der Familie, Hauptsitz wurde das 1 km südwestlich gelegene, von 1857 bis 1862 im neoromanischen Stil erbaute Schloss Neu-Barenaue. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg Alt-Barenaue gehört zu den Wasserburgen mit rundem Grundriss, die bis zur Mitte des 14. Jhs. die übliche Bauweise im Osnabrücker Land darstellten. Von ihrem Aussehen im 16. Jh. zeugt ein einmaliges Objekt, die vollplastische Darstellung der Burg als Deckelbekrönung eines Bechers. Die Befestigung wird durch einen Zaun aus mächtigen Holzplanken gebildet, um die sich ein Burggraben zieht. Ein bewehrtes Tor bildet den Zugang zum Burghof. An den zentral gelegenen, mit einem Walmdach und Kamin versehen Bergfried schließt sich ein Wohngebäude an.
Der Wiederaufbau nach der Brandkatastrophe von 1651 erfolgte als vierflügelige Schlossanlage. Ihr Aussehen lässt sich anhand zweier undatierter Grundrisspläne, die vor 1812 entstanden sein müssen, rekonstruieren. An der leicht trapezförmigen Anlage waren am Nordeck ein quadratischer und am Südeck ein runder Turm wahrscheinlich nachträglich angefügt worden. Der Ostturm besteht aus einem vorspringenden Gebäudeteil, in dem die Latrinen untergebracht waren. Eine Kapelle befand sich unmittelbar westlich des Torgebäudes. Das Wasser für den Springbrunnen im Schlosshof wurde durch eine mehrere Kilometer lange Holzleitung vom Kalkrieser Berg herangeführt.
Heute sind von dem Baubestand des 17. Jhs. noch das Torgebäude mit Fachwerkaufsatz, der angrenzende Marstall, die Wagenremise, das Bauhaus und Teile des Herrenhauses erhalten. Die Gräfte zwischen Haupt- und Vorburg wurde verfüllt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine