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Bruche bei Melle

Geschichte:

Der Adelssitz Bruche entstand 1350 aus dem Meierhof zu Broke, er war Stammsitz des seit 1180 nachweisbaren Geschlechts von Broke. Ungefähr 1402 ist von einer "Wohnung" und einer "alten Wohnung " zu Bruche die Rede, es dürften somit zwei befestigte Anlagen vorhanden gewesen sein. 1442 kaufte Johann von Möllenbeck die Burg und gab sie an seinen Neffen Johann von Kerßenbrock weiter, der 1458 mit Haus und Burgstelle belehnt wurde. Danach wechselte der Herrensitz häufig seine Besitzer. Zu ihnen gehörten die Herren von Oer (1519), von Arnim zu Boitzenburg (1685), von Hammerstein-Gesmold (1726), von dem Bussche zu Ippenburg (1752), von Münster zu Landegge (1792), von Redecker (1795), von Pestel (1805) und von Bar, denen das Gebäude seit 1922 gehört. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Nach den Baubefunden gehört die Vorburg in ihren Ursprüngen in die Mitte des 15. Jhs. Zu Beginn des 16. Jhs. wurde sie zu Wohnzwecken umgestaltet. Das heutige Herrenhaus wurde von 1733 bis 1736 auf der Stelle der 1618 abgebrochenen alten Burg erbaut. Dabei wurde auch der vorher bestandene Hausteich zugefüllt. Am Ende des 19. Jhs. wurde der Graben zwischen Haupt- und Vorburg verfüllt, ebenso in der 1. Hälfte des 20. Jhs. der Graben vor der westlichen Vorburg. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Auf einer vor 1733 entstandenen Karte ist noch der spätmittelalterliche Baubestand der Hauptburg zu sehen, während die Vorburg mit Ausnahme des Ostflügels schon große Ähnlichkeit mit der heutigen besitzt. Die Hauptburg liegt in einem Hausteich, der von der übrigen Gräftenanlage durch einen Wall getrennt ist. Auf ihr ist ein zweiflügeliges Hauptgebäude eingezeichnet, dem im Süden und Westen zwei kleinere Bauten gegenüberstehen.
Das heutige Herrenhaus besteht aus einem zweistöckigen Rechteckbau mit leicht vorspringendem, übergiebelten Mittelrisalit und Freitreppe. Die Vorburg besteht aus zwei zweiflügeligen Bauten mit jeweils einem Eckturm. Beim Eckturm des westlichen Gebäudes hat es sich ursprünglich um einen Befestigungsturm der Burg gehandelt, dem wohl ein nicht mehr vorhandenes Äquivalent auf der Ostseite gegenüber stand. Er weist im Kellergeschoss Schießkammern mit Maulscharten auf und war ursprünglich als Schalenturm ausgebildet. Ein kleiner, heute in die Vorburg integrierter Anbau diente Wohnzwecken. Vor- und Hauptburg werden heute von einer gemeinsamen Gräfte umgeben. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine