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Todenmann, Hünenburg

Geschichte:

Die Hünenburg bei Todenmann galt in der Forschung lange Zeit als Prototyp einer Kleinburg des 9./10. Jhs. Die Funde datieren sie aber in den Zeitraum zwischen dem späten 11. und dem Ende des 12. Jhs. Brandspuren sprechen für ein gewaltsames Ende. Ergänzende Schriftquellen, die Klarheit über ihre Geschichte schaffen könnten, sind nicht bekannt. Ihr Ende im 12. Jh. geht mit der Etablierung der Herrschaft der Schaumburger Grafen im dortigen Wesertal überein. Wahrscheinlich ist die Zerstörung ihnen zuzuschreiben. Für den für die Anlage ebenfalls gebräuchlichen Namen "Frankenburg" stand ein Förster Pate. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die Ausgrabungen haben keine Hinweise auf eine Mehrphasigkeit der Anlage ergeben. Die am Ende des 19. Jhs. freigelegten Baubefunde sind in den 1980er Jahren restauriert und konserviert worden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Hünenburg bei Todenmann besteht aus einer ovalen Hauptburg von 35 x 27 m Größe, die von einer gemörtelten Steinmauer in opus spicatum-Technik von 1,50 bis 2,50 m Breite umgeben ist. An diese lehnen sich im Süden ein zweiräumiger Palas mit Heizungsanlage, im Norden eine Kapelle mit halbrunder Apsis und im Osten ein fast quadratischer Turm an. Der Zugang erfolgte durch ein einfaches Tor im Nordosten. Die Vorburg weist eine separate Umwallung von ca. 20 m Seitenlänge auf, in der wahrscheinlich eine Mauer steckt. Ein sich darin befindender Schutthügel dürfte der Standort eines Turmes von ca. 8 m Durchmesser gewesen sein. Die gesamte Anlage ist von einem spiralförmigen Graben umgeben, der auch Haupt- und Vorburg voneinander trennt.
1,1 km westlich befindet sich ein Wall, der vermutlich als Wegsperre des westlichen Zufahrtsweges diente. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung 1895-1897, Feldbegehungen 1986