EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hohenrode, Hünenburg

Geschichte:

Die Hünenburg wurde laut der chronikalen Überlieferung 1169/70 durch den Grafen Konrad I. von Roden errichtet, der mit ihr seinen Machtbereich im Wesertal ausbauen wollte. Da Konrad Parteigänger des 1180 geächteten Heinrich des Löwen war, zerstörte laut der Slawenchronik Arnolds von Lübeck 1181 Graf Adolf III. von Holstein und Schaumburg das "castrum Honroth". Nach Aussage der archäologischen Funde blieb die Burg aber noch bis in das 14. Jh. hinein in Benutzung, war aber offenbar mehr oder weniger bedeutungslos.
Ein Zeugnis der Zerstörung durch den Grafen von Holstein und Schaumburg stellt wahrscheinlich ein Messerscheidenbeschlag slawischer Form dar, der auf der Burg gefunden wurde. Möglicherweise hat ihn ein Gefolgsmann des Grafen bei Kämpfen gegen die Slawen in Holstein erlangt und bei der Einnahme der Hünenburg verloren. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Aufgrund der kurzen Existenz der Burg ist nicht von einer Bauentwicklung auszugehen. Die Altgrabungen haben keinen Nachweis für Bauten erbracht, die allein dem 13./14. Jh. angehören, als die Burg nach ihrer Zerstörung 1181 offensichtlich bedeutungslos war. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Hünenburg liegt auf einem Plateau von ca. 100 m Länge und 55 m Breite. Befestigt ist sie durch eine gemörtelte Mauer, die von einem tiefen, 12-20 m breiten Graben umgeben ist. Im Westen ist ihm eine Berme vorgelagert. Die Zugänge im Norden und Süden sind durch Vorwälle gesichert. Im Inneren deuten mehrere trichterförmige Gruben auf die Standorte von Türmen und Kellern hin, die durch neuzeitlichen Steinraub abgetragen worden sind. Auf einem Plan von 1878 ist an der südwestlichen Längsseite ein ca. 14 x 20 m großes Mauergeviert verzeichnet, von dem ausgehend eine Richtung Nordosten laufende Mauer die Burg in zwei Hälften teilt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung 1932-34 durch Paul Erdniß. Keramik des 12.-14. Jhs. Fund eines "slawischen" Messerscheidenbeschlags des 9.-11. Jhs.
Lesefunde 1986. (Stefan Eismann)