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Bückeburg

Geschichte:

Das heutige Schloss Bückeburg wurde zu Beginn des 14. Jhs. als Herrschaftsmittelpunkt des Buckigaues und zur Kontrolle des Hellwegs durch den Grafen Adolf VI. zu Holstein und Schaumburg gegründet. Seine erste Erwähnung in den Schriftquellen stammt aus dem Jahr 1304. In der Mitte des 14. Jhs. entwickelte sich rund um die Burg ein Flecken mit Burgmannshöfen (1378 werden vier erwähnt), der erst im 16./17. Jh. zur Residenzstadt aufstieg. Unter Graf Otto IV. wurde die Burg zur Schlossanlage ausgebaut. Von 1563 bis 1640 war das Schloss die ständige Residenz der Grafen von Schaumburg. Nachdem 1640 die Grafen zu Holstein-Schaumburg in männlicher Linie ausgestorben waren, kam das Schloss an Graf Philipp, welcher die Linie Schaumburg-Lippe begründete. Als deren Residenz dient das Schloss bis heute. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Nach der Schaumburgischen Chronik des Hermann von Lerbeck versah Graf Otto I. (1366-1404) die Bückeburg mit einer Ummauerung. Ihm werden auch die 1398 erstmals bezeugte Kapelle, der Bergfried und Teile des Palas im Südflügel des Schlosses zugeschrieben. Der nächste Ausbau der Befestigung mit hohem Wall und Bastionen ist für Graf Johann IV. (1498-1527) bezeugt. Unter Otto IV. erfolgte von 1560-63 unter den Baumeistern Jacob Kölling und Heinrich Schrader der Ausbau zum Schloss in Frührenaissanceformen. Das Schloss wurde zu Beginn des 17. Jh. mit hohem künstlerischen Anspruch ausgebaut. 1732 wurde von einem Brand vor allem der Ostflügel mit angrenzendem Treppenturm stark betroffen. Die letzte Erweiterung der Befestigungswerke unter Graf Wilhelm (1748-77) wurde schon 1793 wieder niedergelegt. Am Ende des 19. Jhs. wurde das Schloss erweitert und historisierend umgestaltet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Das heutige, vierflügelige Schloss liegt auf einer annähernd trapezförmigen Insel, die von einer 15-35 m breiten Gräfte umgeben ist. Von der mittelalterlichen Wasserburg sind noch der Bergfried im Nordosten, die Außenmauern der westlich anschließenden Kapelle und Teile des Palas im Südflügel des heutigen Schlosses vorhanden. Der Bergfried besitzt die Außenmaße von 12,2 x 14,2 m bei einer Mauerstärke von 3 m. Im Zustand des Jahres 1780 besaß er zwei spitz gewölbte Unter- und drei Obergeschosse. Nach einer Rekonstruktion von Joseph Prinz besaß die Burg vor ihrem Ausbau zum Schloss einen fünfeckigen Grundriss. Heine nimmt deshalb an, dass eine ursprünglich viereckige Anlage eine dreieckige Erweiterung nach Süden erfuhr. Die Hauptburg war mit einer Ringmauer und einer breiten Gräfte befestigt. Die Vorburg war schon Anfang des 16. Jhs. mit einem Wall, der die Hauptburg einschloss und Bastionen an den Ecken versehen. Der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke und durch ein Torhaus. Die heutige Schlossanlage im Renaissancestil bezieht ältere Teile der Burg mit ein. Der Bergfried betont heute die Mitte des Ostflügels. Die Außenfassaden sind durch "welsche Giebel" geprägt. West- und Nordflügel zeigen noch ihr ursprüngliches Äußeres, während der Südflügel mehrfach umgestaltet wurde. Der Ostflügel ist nach seiner Brandzerstörung 1732 in kargen Spätbarockformen wieder errichtet worden. Die Barockhaube des Bergfrieds und der neobarocke Nordostflügel sind in den 1890er Jahren hinzugefügt worden. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden historisierenden Kavaliersgebäude, die an die Stelle der Vorburg im Osten getreten sind. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Baubeobachtungen 1962, 2009, 2014, 2016.