EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Lauenstein

Geschichte:

Die Grafen von Homburg errichteten die Burg Lauenstein zur Sicherung ihres den Grafen von Spiegelberg abgerungenen Herrschaftsgebiets am Ith. 1247 wurde sie erstmals erwähnt, als Heinrich von Homburg die Burg dem Welfenherzog Otto das Kind übertrug und sie als Lehen zurückerhielt. 1409 übertrug der letzte Graf von Homburg aufgrund seiner Kinderlosigkeit Herrschaft und Vogtei Lauenstein an Herzog Bernhard von Braunschweig-Lüneburg. 1433 wurde die Burg an den Bischof von Hildesheim verpfändet, der sie an wechselnde Adelsfamilien weitergab. Als 1515 Burchard von Saldern die Burg von seinem Vater übernahm, kündigte der Bischof von Hildesheim den Vertrag. Nachdem die von Saldern die Burg nicht aufgeben wollten, wurden sie gewaltsam vertrieben. An ihrer Stelle wurde Stacius von Münchhausen als Vogt eingesetzt, worauf Burchard von Saldern die Burg niederbrannte. Dies war einer der Auslöser der Hildesheimer Stiftsfehde. 1521 wurde die Burg durch die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg erobert, die Burchard von Saldern wieder als Vogt einsetzten. Nachdem sich 1587 dessen Sohn Heinrich mit den Herzögen entzweit hatte, wurde er von der Burg vertrieben und diese fortan von Amtmännern verwaltet. Zu Beginn des 18. Jhs. zog der Vogt nach Eggersen um, da die Burg nach dem 30jährigen Krieg allmählich verfiel.
Der Flecken Lauenstein zu Füßen der Burg wurde erstmals 1430 erwähnt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Über die Baugeschichte der Burg sind keine Details bekannt. Mehr weiß man über ihre Verfallsgeschichte. Nach dem 30jährigen Krieg verwahrloste die Burg, der Verfall beschleunigte sich nach dem Wegzug des Amtsmanns 1730. Nach einem Dorfbrand in Lauenstein 1730 wurde Baumaterial der Burg zum Wiederaufbau verwendet. Anfang des 19. Jhs. wurden die letzten Reste abgerissen.
Wahrscheinlich Mitte 2004 ist der Turm auf dem Gelände der Burg bis auf geringe Reste eingestürzt und die Steine teilweise in den Burggraben gerutscht. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Der Burgberg liegt inselartig in einem engen, vom Ith herabziehenden Tal. Die Hauptburg im Südwesten erhebt sich deutlich über die Vorburg. Die Anlage ist von einem 6-8 m tiefen Graben mit Außenwall umgeben. Der Zuweg erfolgt auf der Nordseite der Anlage. Von den ehemaligen Gebäuden der Hauptburg sind noch eine Ecke des vermutlichen Palas mit Schartenfenstern und die ehemals tonnengewölbte und leicht abknickende Durchfahrt zum Hof erkennbar. Der Torbau war mit Flankierungstürmen versehen. Im Burginnenbereich stehen noch Reste von Bruchsteinmauern bis zu einer Dicke von zwei Metern und einer Höhe von ca. 1,80 m. Die Ringmauer soll ursprünglich eine Stärke von ca. 3,50 m besessen haben.
1456 werden in einer Urkunde neben dem unterkellerten "Großen Haus" auch Küche, Backhaus mit zwei Schornsteinen, ein Zwinger mit zwei Bollwerken und eine Vorburg mit umgebenden Graben erwähnt.
Auf der höchsten Stelle befinden sich die Reste eines Rundturms, der erst in der Mitte des 19. Jhs. als Aussichtsturm entstand.
Das ehemals ebenfalls befestigte Vorwerk am Fuß des Berges, die sog. Knabenburg, besteht heute aus einem Herrenhaus von 1724 mit ergänzenden Bauten des 19. Jhs. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde 1985.