EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Elmsburg

Geschichte:

Die ältesten Erwähnungen der Elmsburg betreffen die innerhalb der Burg gelegene Kirche. Im Jahre 1213 wird sie durch Kaiser Otto IV. dem Stift Scheverlingenburg in Walle geschenkt. Dieses nördlich von Braunschweig gelegene Stift wurde schon 1218 dem St. Blasius-Stift in Braunschweig angegliedert, womit auch die Kirche in der Elmsburg übereignet wurde.
Im Jahr 1221 überträgt Pfalzgraf Heinrich die Elmsburg dem Deutschen Ritterorden, der hier eine Kommende gründet. Dieser wurde 1239 und 1241 von Herzog Otto dem Kind Wald und Grund übereignet. 1264 wurde die Kommende vermutlich wegen Platzmangels nach Lucklum verlegt. In der Elmsburg verblieb eine Hauskommende für das weiterhin bestehende Klostergut mit eigenem Komtur. 1355 zog Herzog Magnus von Braunschweig das Gut ein und verpfändete es an die von Asseburg. 1364 gibt er die damals zum letzten mal so genannte Burg der Ballei Sachsen des Ordens zurück und gestattet diesem, sie von den Lehnsinhabern zurückzufordern. Der deutsche Orden verpfändete das Gut fortan selbst, u. a. an die Herren von Ampleben und 1433 an die bürgerliche Familie Hut aus Schöningen, die es bis 1469 behielt.
Nach einem Brand im Jahre 1572 wird die Burg nicht mehr erneuert und verfällt. Bis 1843 waren Mauerreste noch überirdisch erkennbar. Die Gebäude wurden im 19. Jh. für den Bau von Gebäuden im nahen Twieflingen und zur Ausbesserung von Forstwegen abgerissen. (Sandy Bieler)

Bauentwicklung:

Es handelt sich bei der Elmsburg um eine ovale Anlage, die in einen bestehenden urgeschichtlichen Ringwall eingebaut wurde.
Eine Mehrphasigkeit der mittelalterlichen Anlage zeigte sich vor allem bei der Untersuchung des Kirchenbaus im Süden. In der ersten Bauphase handelt es sich bei der Kirche um einen T-förmigen Bau mit einer großen Mittelapsis und zwei kleineren Seitenapsiden. Die Kirche wurde aus rotem Sandstein errichtet. Dieser Bau gehört wohl ins 12. Jahrhundert.
Es folgt im 13. Jahrhundert der Neubau zu einem achsenverschobenen Rechteckbau mit einer Apsis. Im Westteil dieses Gebäudes wurde im Zuge der dritten Bauphase eine Trennwand eingezogen. Im Gegensatz zur ersten Phase wurde der Nachfolgebau aus Elmkalkstein errichtet. Der zweiten Bauphase können zudem acht beigabenlose Gräber zugerechnet werden.
(Sandy Bieler)

Baubeschreibung:

Die mittelalterliche Burganlage wurde in eine vorgeschichtliche Wall-Graben-Anlage eingefügt. Im Nordosten der Anlage liegt eine Geländekante, die im Osten durch Planierungsarbeiten gestört ist. Im Norden wurde die Burg früher durch sumpfiges Gelände abgesichert.
Der umgebende, unregelmäßig ovale Ringwall umschließt ein Gelände von 270-300 m Durchmesser und etwa 7,5 ha Innenfläche und wird aufgrund von Keramikfunden aus der Wallkrone in die jüngere vorrömische Eisenzeit datiert. Es ist aber auch eine neolithische Datierung erwogen worden. Die Ausgrabungen ergaben eine Konstruktion als reiner Erdaufwurf ohne Stein- oder Holzverstärkung.
In diesem Ringwall liegt die mittelalterliche Burganlage. Sie besteht aus einem ovalen Bereich von 114-137 m Durchmesser, der durch einen Wall im Süden, einen Graben im Nordwesten und einen steilen Abhang im Nordosten eingegrenzt ist. Die Ausgrabungen galten vor allem der dreiphasigen Kirchenanlage. An sie schlossen sich weitere Gebäude im rechten Winkel an. Im Norden der Anlage befand sich ein Brunnen, dessen Reste noch heute gut auszumachen sind. In der Nähe des Brunnens fanden sich weitere Gebäudereste, von denen ein 16 x 16 m großes Mauerquadrat möglicherweise als Turm anzusprechen ist. Südlich der Burg finden sich verschiedene Wallfragmente, die möglicherweise mit der Anlage in Verbindung zu setzen sind. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ab 1840 wurde die Burg durch Heimatfoscher erforscht und vermessen.
Grabungen fanden in den Jahren 1959 bis 1962 und 1974 statt. (Sandy Bieler)