EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Watenstedt, Hünenburg

Geschichte:

Die Hünenburg bei Watenstedt stammt in seinen Ursprüngen aus der jüngeren Bronzezeit, als um 1100 v. Chr. neben einer seit ca. 1400 v. Chr. bestehenden Siedlung die Befestigungsanlage entstand. Es handelte sich um einen Sitz von Eliten mit weitreichenden Handelsbeziehungen und Hinweisen auf spezialisiertes Handwerk. Nach einer fast 600jährigen Besiedlung fiel die Burg nach einem Brand im 7. Jh. v. Chr. wüst und lag beinah ein Jahrtausend brach.
Erst aus dem 5. und 6. Jh. liegen wieder Keramikfunde vor, welche eine Besiedlung und eine erneute Nutzung der Befestigung nahelegen.
Die Hünenburg könnte mit der 743 und 748 erwähnten "Hocseoburg" oder "Heaseburg" identisch sein. Diese Burg war Sitz des Sachsenfürsten Theoderich und in dessen Kämpfe mit den fränkischen Hausmeiern Karlmann und Pippin verwickelt. Dabei wurde sie nach Aussage der Metzer Annalen im Jahr 748 zerstört. (S. Bieler)

Bauentwicklung:

Nach zahlreichen bronzezeitlichen Nutzungsphasen wurde die Burg auch in sächsischer Zeit genutzt. Dieser Periode können die Ausbauphasen 7 und 8 des Walles zugewiesen werden, die Keramik aus dem 5. bis 8. Jahrhundert enthielten. In der Phase 7 wurde eine Trockenmauer von ca. 0,8 m Breite in die Wallkrone gesetzt. Die letzte Bauphase beinhaltete eine Planierung dieser Mauer und eine erneute Aufschüttung des Walls um 1,4 m. Vergleichbare Bauten sind ins 7./8. Jahrhundert zu setzen. (S. Bieler)

Baubeschreibung:

Bei der Hünenburg handelt es sich um einen prähistorischen Ringabschnittswall, der ein Areal von 2,5 ha Fläche auf dem Rücken des Heeseberges abteilt. Das sich daraus ergebende Plateau besitzt die Maße von 220 bis 160 m. Die Reste des Walls im Osten sind noch heute bis zu 5,5 m hoch bei einer Basisbreite von ca. 15 m erhalten und bieten einen eindrucksvollen Anblick. Der Wall ist mehrfach durchbrochen und teilte in der Bronzezeit die Hauptburg von der Außensiedlung ab. Ihm war ein Graben vorgelagert, der im Frühmittelalter eine Breite von mind. 8 m und eine Tiefe von ca. 3 m besaß. Über die Innenbebauung im Frühmittelalter ist nichts bekannt. Aus dem 5./6. Jh. stammt ein 3 x 3,75 m umfassendes Steinpflaster an der Innenseite des östlichen Walles. Darin fanden sich Teile von menschlichen Schädelknochen ebenso wie Teile eines Pferdeschädels. Vom Südhang der Burg liegen aus der Völkerwanderungszeit und dem Frühmittelalter einige Lesefunde vor. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1878, 1892, 1897, 1998-2000, seit 2005 durch Immo Heske.
Wallschnitt 1908.
(S. Bieler)