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Hoya

Geschichte:

Die 1233 erstmals erwähnte Burg Hoya war Residenz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Nach dem Aussterben der Linie der Niedergrafschaft 1503 wurde Nienburg Residenz, Hoya blieb Amtssitz. Diese Rolle behielt das Schloss auch unter den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg bei, die 1582 die Nachfolge der ausgestorbenen Grafen von Hoya antraten. Im 30jährigen Krieg wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer und wurde dabei schwer beschädigt, wobei Vorburg, Vorwerk und die Burgmannshöfe abbrannten. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Über die mittelalterliche Bauentwicklung der wohl um 1200 errichteten Burg ist nur wenig bekannt. In seiner 800jährigen Geschichte hat die Burg fünf Bauphasen durchlaufen, von denen die erste aus Holz bestand. 1267 wird eine Burgkapelle erwähnt. Beim Wiederaufbau nach dem 30jährigen Krieg ist die Vorburg nicht mehr mit Mauern, sondern nur noch mit Palisaden befestigt worden. Der als östlicher Umfassungsgraben dienende Weserarm soll ab dem späten 17. Jh. zugeschüttet worden sein, was durch archäologische Funde aus der Grabenfüllung bestätigt wurde. Die heutigen Ost- und Westflügel der Schlossanlage stammen in ihrem Kern noch aus dem Mittelalter, sind aber im 19. Jh. stark verändert worden. Der Mittelbau ist 1840 errichtet und 1852/53 aufgestockt worden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Nach alten Abbildungen bestand das Schloss aus zweistöckigen, unten massiven, oben aus Fachwerk errichteten Gebäuden, die einen runden Hof umgaben. Der Eingang war durch einen rechteckigen Bergfried mit Tordurchfahrt geschützt. Nach Osten hin bestand eine kleine, ummauerte Vorburg.
Der östliche Weserarm wurde gegen Ende des 17. Jhs. zugeschüttet und die Burginsel dadurch mit dem Ort vereinigt.
Die bestehenden Burggebäude, in denen sich heute das Amtsgericht befindet, haben die Gestalt eines Dreiflügelbaues. Ost- und Westflügel sind im Kern noch mittelalterlich und im 19. Jh. verändert worden. Der freistehende Mittelbau wurde 1840 errichtet und 1852/53 aufgestockt.
1881 sollen beim Bau der Weserbrücke nördlich der Burg Mauern, Gewölbe und Bodenbeläge zum Vorschein gekommen sein. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Funde beim Bau der Weserbrücke 1881.
Baubeobachtung im ehemaligen Grabenbereich 2013.
Sondagen im Keller des Ostflügels 2015.
(Stefan Eismann)